Das Wichtigste in Kürze
- Es gibt nicht 50 Programme, sondern zwei große Welten: Miles & More (mit PAYBACK als Zubringer) und die Avios-Welt (mit Amex Membership Rewards und Revolut RevPoints)
- Meilen entstehen heute am Boden – beim Einkaufen und Bezahlen, nicht beim Fliegen
- 1 PAYBACK-Punkt = 1 Miles-&-More-Meile – der wichtigste Umrechnungskurs Deutschlands
- Mein Beleg, dass es funktioniert: Business Class für 164 $ statt über 4.000 €
- Die Königsdisziplin beim Einlösen: Business Class auf der Langstrecke
Die Kurz-Antwort
Meilen sammeln funktioniert 2026 vor allem am Boden: Du sammelst Punkte beim ganz normalen Einkaufen und Bezahlen und wandelst sie in Flugmeilen um. Dafür musst du nur wissen, in welcher der zwei großen Meilen-Welten du unterwegs bist – alles andere ergibt sich daraus.
Dass das keine Theorie ist, habe ich selbst bewiesen: Mit PAYBACK-Punkten aus Alltagseinkäufen bin ich Business Class für 164 $ geflogen – regulärer Preis: über 4.000 €.
Und lohnt sich das 2026 überhaupt noch? Ja – aber nur, wenn du es richtig machst. Die Programme haben Prämien in den letzten Jahren teurer gemacht und entwerten Meilen schleichend. Genau deshalb gelten zwei Regeln: Sammle nur nebenbei im Alltag – ohne Umwege, ohne Meilen zu kaufen – und löse gezielt hochwertig ein. Unter diesen Bedingungen ist der Gegenwert nach wie vor unschlagbar; mit keiner anderen legalen Methode machst du aus Supermarkt-Einkäufen ein 4.000-€-Ticket.
Die zwei großen Meilen-Welten
Der größte Anfängerfehler ist, wild überall zu sammeln. Dann hast du nach einem Jahr fünf Punktetöpfe, von denen keiner für einen Flug reicht. Die Lösung: Verstehe, dass sich in Deutschland fast alles in zwei Ökosystemen abspielt – und entscheide dich bewusst, welches du fütterst.
Miles & More
- PAYBACK-Punkte beim Einkaufen (1:1 in Meilen)
- PAYBACK American Express für jeden Umsatz
- Miles & More Kreditkarte
- Flüge mit Lufthansa, SWISS & Star Alliance
Membership Rewards & Avios
- Amex Membership Rewards (Gold, Platinum, Business) beim Bezahlen
- Revolut RevPoints – 1:1 zu Qatar Avios
- Avios über Partner wie Airbnb-Buchungen
- Flüge mit British Airways, Qatar & oneworld
Ich selbst sammle in beiden Welten parallel: in Welt 1 über PAYBACK und die PAYBACK Amex, in Welt 2 über Revolut – und über meine Business-Ausgaben mit der Amex Gold Business, die Membership Rewards sammelt. Genau das ist auch meine Empfehlung: Die beiden Welten konkurrieren nicht, sie ergänzen sich. Wie beide im Detail funktionieren, kommt jetzt.
Welt 1: Miles & More – mit PAYBACK als Turbo
Miles & More ist das Vielfliegerprogramm der Lufthansa-Gruppe und das mit Abstand wichtigste in Deutschland. Der Clou, den viele nicht kennen: Du musst dafür nicht fliegen. PAYBACK-Punkte lassen sich 1:1 in Miles-&-More-Meilen umwandeln – der Rewe-Einkauf, die Tankstelle, das Online-Shopping über die PAYBACK-Partner: alles wird zu Flugmeilen. Die Schritt-für-Schritt-Anleitung steht in meinem Guide PAYBACK-Punkte in Meilen umwandeln.
Beschleunigt wird das Ganze mit zwei Karten. Die wichtigste: die dauerhaft kostenlose PAYBACK Amex, die aus jedem Kartenumsatz Punkte macht – mein ausführlicher Test zeigt, wie ich sie einsetze.
Die zweite Karte ist optional, aber bei mir im Einsatz: Die Miles & More Gold Credit Card sammelt eine Meile je 2 € Umsatz – und schützt vor allem deine Meilen vor dem Verfall. Für Einsteiger erkläre ich das ganze System in Miles & More für Anfänger.
Profi-Tipp für Welt 1: Warte mit dem Umwandeln auf einen PAYBACK-Transfer-Bonus – dann gibt es regelmäßig bis zu 20 % Extra-Meilen auf einen Schlag.
Die unterschätzten Neben-Quellen in Welt 1
Neben Einkauf und Karte gibt es drei Quellen, die viele liegen lassen: PAYBACK-Coupons – die Mehrfach-Punkte-Coupons in der App vor dem Einkauf zu aktivieren, ist der größte Hebel überhaupt und kostet nur zwei Fingertipps. Das Miles-&-More-Online-Shopping-Portal – hunderte Shops zahlen Extra-Meilen, wenn du deine Online-Einkäufe über das Portal startest. Und Hotel- und Mietwagen-Partner, bei denen Buchungen direkt Meilen bringen. Nichts davon ist einzeln spektakulär – aber zusammen beschleunigen sie das Konto spürbar, ohne dass du dein Verhalten änderst. Und falls dir unterwegs „Meilen kaufen" oder Zeitschriften-Abo-Aktionen begegnen: Die sind ihr Geld fast nie wert – Finger weg, außer du hast ein konkretes Einlöseziel und eine seltene Sonderaktion vor dir.
Welt 2: Membership Rewards & die Avios-Familie
Die zweite Welt dreht sich um flexible Punkte-Währungen, die du erst beim Einlösen einem Flugprogramm zuordnest. Das Zentrum bilden die Amex Membership Rewards (bei Amex Gold, Platinum und den Business-Karten): Du sammelst neutrale Punkte und transferierst sie später zu Partnern wie British Airways oder Qatar Airways – beide rechnen in Avios ab, der Punktewährung der oneworld-Allianz. Ich sammle Membership Rewards über meine Amex Gold Business: Meine kompletten Business-Ausgaben laufen darüber und werden ganz nebenbei zu Punkten.
Der unterschätzte Neuzugang in dieser Welt: Revolut RevPoints. Bei jedem Bezahlen mit Revolut sammelst du Punkte, die sich 1:1 in Qatar Avios umwandeln lassen – für mich als Vielnutzer läuft hier nebenbei ein zweites Meilenkonto voll. Wie das genau funktioniert, steht in meinem Guide RevPoints sammeln.
Und Avios sammelst du auch ganz ohne Karte: Über das British-Airways-Partnerprogramm bringen zum Beispiel Airbnb-Buchungen 2 Avios pro Euro – für Vielreisende einer der größten übersehenen Hebel.
Die Programme im Überblick
Damit du die Namen einordnen kannst, wenn sie dir begegnen – die wichtigsten Vielfliegerprogramme und wo sie hingehören:
| Programm | Airlines dahinter | Für wen interessant |
|---|---|---|
| Miles & More | Lufthansa, SWISS, Austrian + Star Alliance | Der Standard für Deutschland – und 1:1-Partner von PAYBACK |
| The British Airways Club (Avios) | British Airways + oneworld | Avios-Sammler, z. B. über Airbnb-Buchungen |
| Privilege Club (Avios) | Qatar Airways + oneworld | Ziel meiner RevPoints – Top-Business-Class nach Asien & Afrika |
| Flying Blue | Air France / KLM + SkyTeam | Gute Promo-Angebote, sinnvoll ab Frankreich/Benelux |
| Emirates Skywards | Emirates | Nur fürs Emirates-Netz – kein Allianz-Programm |
| Miles&Smiles | Turkish Airlines + Star Alliance | Preiswerte Award-Tabellen, aber sperrige Buchung |
Für 95 % der Leser in Deutschland gilt: Miles & More als Basis, Avios als Ergänzung. Alles andere lohnt sich erst, wenn du ein konkretes Einlöse-Ziel hast.
Einlösen: Was deine Meilen wirklich wert sind
Sammeln ist die halbe Miete – der Wert deiner Meilen entscheidet sich beim Einlösen. Die Spanne ist riesig: Dieselbe Meile kann 0,3 Cent wert sein (Prämienshop) oder über 5 Cent (Business Class Langstrecke).
| Einlösung | Lohnt sich? |
|---|---|
| Business Class Langstrecke | Der Königsweg – der höchste Gegenwert pro Meile (mein Flug: über 4.000 € Gegenwert) |
| Economy Langstrecke | Solide, wenn Steuern & Gebühren im Rahmen bleiben |
| Upgrades | Je nach Tarif okay – vorher Meilenwert durchrechnen |
| Kurzstrecke Economy | Nur bei teuren Spontanpreisen sinnvoll |
| Sachprämien, Prämienshop, Zeitschriften | Fast immer der schlechteste Deal – Finger weg |
Wie sich die Königsdisziplin anfühlt, habe ich in meinem Business-Class-Erfahrungsbericht dokumentiert – inklusive der Momente, in denen ich grinsend an der Economy vorbeigelaufen bin. Und wie du überhaupt an die begehrten Prämienflüge kommst, zeigt mein Guide zum Prämienflug buchen.
Mein Merksatz fürs Einlösen: Rechne vor jeder Buchung den Centwert aus – Ticketpreis in Euro geteilt durch benötigte Meilen. Über 2 Cent pro Meile: zuschlagen. Unter 1 Cent: Finger weg, das Angebot verbrennt deine Meilen.
Rechenbeispiel: So schnell wächst dein Meilenkonto
Damit du ein Gefühl für die Größenordnung bekommst, eine Beispielrechnung mit bewusst vorsichtigen Annahmen – ganz ohne einen einzigen Flug:
- PAYBACK-Einkäufe mit Coupons: ~400 Punkte im Monat (Supermarkt, Drogerie, Tanken). Der Coupon-Hebel ist dabei enorm: Mit den richtigen aktivierten Coupons holst du auch mal mehrere hundert Punkte aus einem einzigen Einkauf – deshalb: vor jedem Einkauf die App öffnen
- PAYBACK Amex auf 1.000 € Monatsumsatz: ~333 Punkte (1 Punkt je 3 €)
- Macht: rund 730 Punkte pro Monat ≈ 8.800 Meilen im Jahr
- Mit 20-%-Transfer-Bonus umgewandelt: über 10.500 Meilen im Jahr – aus nichts als Alltag
Wer die Neben-Quellen dazunimmt, höhere Kartenumsätze hat oder die Coupon-Wochen konsequent mitnimmt, liegt deutlich darüber. So sind auch meine Meilen für den Business-Class-Flug entstanden – nicht durch einen Trick, sondern durch drei Jahre Alltag mit System.
Meilen vor dem Verfall schützen
Der bitterste Moment im Meilen-Leben: Punkte verfallen, bevor du sie einlöst. Bei Miles & More passiert das nach 36 Monaten zum Quartalsende – außer du hast einen Verfallsschutz, etwa über die Miles-&-More-Kreditkarte. Alle Wege, deine Meilen am Leben zu halten, stehen in meinem Artikel zum Meilen-Verfall.
Deine Start-Setups: von 0 € bis Vollausbau
Damit du nicht rätseln musst, womit du anfängst – hier sind drei Setups, gestaffelt nach Kosten und Tempo. Alle Produkte daraus habe ich oben verlinkt:
| Setup | Kosten/Jahr | Das steckt drin | Für wen |
|---|---|---|---|
| 0-€-Start | 0 € | PAYBACK-Konto + PAYBACK Amex + Revolut | Einsteiger – sammelt in beiden Welten, ohne einen Cent Fixkosten |
| Schutz-Setup | 138 € | 0-€-Start + Miles & More Gold | Wer ernsthaft sammelt: doppelte Sammelrate auf Umsätze + Meilen verfallen nie |
| Vollausbau | ab ~140 € | Schutz-Setup + Amex mit Membership Rewards | Fortgeschrittene, die flexibel zwischen Programmen transferieren wollen |
Mein Rat: Starte mit dem 0-€-Setup und sammle drei Monate. Wenn dir das Spiel liegt – und das merkst du schnell –, rüstest du auf. Genau so bin ich es auch angegangen.
Fazit: Mein Setup in einem Absatz
Ich sammle in Welt 1 mit PAYBACK und der PAYBACK Amex alles, was im Alltag anfällt, wandle bei Transfer-Boni gesammelt in Miles & More um und schütze die Meilen mit der M&M-Karte vor dem Verfall. Welt 2 füllen nebenbei Revolut und meine Amex Gold Business, über die alle Business-Ausgaben als Membership Rewards landen. Ergebnis: alle paar Jahre ein Business-Class-Flug, der sich anfühlt wie geschenkt.
Du willst starten? Dann fang mit der Karten-Grundausstattung an – welche Karten zu welchem Reisetyp passen, steht in meinem Reisekreditkarten-Vergleich.
Dominik Kienzle
Dominik ist Freigeist und Macher. Als SEO-Freelancer verdient er sich seine Smoothies und lebt, wo andere Urlaub machen. Auf seinem Blog zeigt er, wie du neben dem Job als Freelancer startest und langfristig als digitaler Nomade von den schönsten Orten der Welt arbeitest. Lass dich von seiner Freiheit inspirieren.