Vorteile und Nachteile eines Freelancer

Lesedauer: 7 Minuten

Für mich gibt es nichts Besseres, als Freelancer zu sein. Dieser Beruf hat sehr viele Vorteile. Der Name verkörpert das Gefühl von Freiheit und Unabhängigkeit. Doch ist das wirklich so? Ist das Leben als freier Mitarbeiter wirklich so toll und einzigartig?

Eine Medaille hat immer zwei Seiten. Diese möchte in diesem Artikel betrachten. Ich zeige dir die Vorteile und Nachteile eines Freelancers, sodass du am Ende selbst entscheiden kannst, ob so eine Tätigkeit für dich infrage kommt.

Das Besondere an diesem Artikel ist, dass ich selbst Freelancer bin und also genau weiß, wovon ich schreibe. Viel Spaß beim Lesen. 

INHALT

Vielleicht spielst du mit dem Gedanken, dich selbstständig zu machen. Viele denken dabei an einen Freelancer. Das ist auch gar nicht mal so falsch. Die meisten Ex-Angestellten fangen als Freelancer an, bevor sie dann Startups oder größere Unternehmen gründen.

Vielleicht bist du gerade irgendwo angestellt und denkst dir, dass du es besser kannst. Du entschließt dich also, dein Angestelltenverhältnis an den Nagel zu hängen, dich selbstständig zu machen und als Freelancer zu starten. 

Eine fabelhafte Idee, die viele Vorteile, aber auch einige Nachteile hat. Welche es genau sind, erfährst du nun im Folgenden.

WAS IST ÜBERHAUPT EIN FREELANCER?

Als Freelancer wird die Art des Arbeitsverhältnisses bezeichnet. Der Begriff kommt aus dem englischen und bedeutet freier Mitarbeiter. Das bedeutet, Freelancer sind selbständige Dienstleister, die für ihre Auftraggeber arbeiten. Sie arbeiten also nicht im Unternehmen direkt und sind somit auch nicht weisungsgebunden.

NACHTEILE EINES FREELANCERS

Fangen wir mit den nicht so schöne Dingen an. Eine Medaille hat immer zwei Seiten. Deshalb müssen auch beide betrachtet werden. Bringen wir das schnell hinter uns, damit wir uns gegen Ende um die vielen Vorzüge kümmern können. 

ALLES STEHT UND FÄLLT MIT DIR

Fakt ist, du bist Einzelunternehmer. Es steht und fällt alles mit dir. Wenn es dir gut geht und du arbeiten kannst, ist alles im grünen Bereich. Bist du allerdings mal krank oder aus anderen Gründen arbeitsunfähig, kann das schnell nach hinten losgehen. 

Anders als in einem Angestelltenverhältnis wirst du im Krankheitsfall nicht bezahlt. Du musst also schon vorher Rücklagen bilden, um Arbeitsausfälle überbrücken zu können. 

KEINE AUTOMATISCHE EINZAHLUNG IN DAS RENTENSYSTEM

Die einen finden das doof, die anderen sind froh darüber. Ich gehöre zur letzten Gruppe. Als Freelancer bist du nicht gezwungen, in die Rentenkasse einzuzahlen. Das kannst du zwar freiwillig tun, aber sind wir mal ehrlich.

Gerade am Anfang deiner Tätigkeit bist du über jeden Euro dankbar und klammerst dich daran. Warum solltest du also in die Rentenkasse einzahlen, wenn du eh noch einige Jahrzehnte zu arbeiten hast?

Dieser Gedankengang ist absolut nachvollziehbar, jedoch auch gefährlich, da du am besten jetzt schon für dein Alter vorsorgen solltest. 

Im Artikel Investieren als Selbstständiger verrate ich dir meine Tipps, wie du als Freelancer dein Geld investierst. 

STÄNDIGE AKQUISE NEUER KUNDEN

Unternehmen stellen oft Freelancer ein, da sie für ein bestimmtes Projekt Mitarbeiter benötigen. Wenn das Projekt abgeschlossen ist, wird der Freelancer auch nicht mehr benötigt. 

Im Gegensatz zu einem Angestelltenjob musst du als Einzelunternehmer ständige neue Kunden akquirieren. Es mag vorkommen, dass du auch Unternehmen betreust, die langfristig mit dir arbeiten, jedoch benötigst du mehrere Kunden, da du es sich sonst um eine Scheinselbstständigkeit handeln könnte. 

Und außerdem möchtest du vermutlich genug Umsatz machen, oder? 

Du musst dich also ständig um neue Kunden kümmern, was manchmal echt mühsam sein kann. 

ES KANN EINSAM WERDEN

Als Freelancer bist du oft alleine. Oft arbeite ich von daheim aus und sehe bis auf meine Freundin und die Kassiererinnen im Supermarkt keine Menschen. Ich mag das aber und arbeite gerne alleine. So bin ich viel produktiver, als wenn ich im Großraumbüro mit Dutzend anderen Leuten sitzen müsste.

Wenn du aber jemand bist, der Menschen um sich herum benötigt, kann das auf Dauer eine Herausforderung sein. Klar, du kannst in ein Coworking Space oder in ein Café zum Arbeiten gehen oder dich mit anderen Selbstständigen zusammenschließen und ein Büro teilen. 

Dennoch arbeitest du immer noch alleine an deinem Unternehmen und an deinen Zielen. Ohne Teamkollegen kann das manchmal sehr demotivierend sein. 

KEIN AUTOMATISCHER URLAUBSANSPRUCH

Als Freelancer bist du nicht automatisch berechtigt, bezahlten Urlaub oder Feiertage zu nehmen. Du musst deine Arbeit im Voraus planen und sicherstellen, dass du finanziell für Pausen vorsorgst.

EIGENVERANTWORTUNG

Ich hatte schon oft Tage, an denen ich keine Lust hatte zu arbeiten. Da ich mein eigener Chef bin, kann ich auch mal nichts tun. Dennoch müssen am Ende des Monats die Zahlen stimmen. 

Es sagt auch keiner was, wenn ich spontan zum Einkaufen fahre oder mich vor der Arbeit drücke und stattdessen die Wohnung sauber mache. 

Es passiert schnell, dass man sich in einem Abwärtssog befindet. Auf einen schlechten und unproduktiven Tag folgt der nächste. Das Problem ist, dass keiner kommt, dich motiviert und wieder aus deinem Loch rausholt. Außer deine Fixkosten am Ende des Monats. Du musst dir selbst in den Arsch treten und dich selber um eine ausgeglichene Work-Life-Balance bemühen. 

Wie oben bereits geschrieben steht und fällt mit dir das Business. 

KEIN REGELMÄßIGES EINKOMMEN

Als Freelancer ist dein Einkommen oft unregelmäßig und unsicher. Du musst möglicherweise mit Schwankungen in der Auftragslage oder Verzögerungen bei der Zahlung durch Kunden umgehen.

DU MUSST DICH UM ALLES KÜMMERN

Als Einzelunternehmer bist du Chef, Verkäufer, Produzent, Buchhalter und Manager. Du musst dich um jeden Bereich kümmern. Es gibt zwar genug andere Freelancer, die dir in diesen Bereichen helfen können, aber gerade zu Beginn, wenn das Geld knapp ist, möchte man nicht unbedingt so viel Geld ausgeben.

Wenn du der Mensch bist, der sich um alle Bereiche in deinem Business kümmern kann und das auch möchte, ist die Tätigkeit des Freelancers vielleicht genau richtig für dich.

Ich persönlich mache aktuell fast alles alleine. Zwar habe ich einen Steuerberater, aber sonst bin ich für alle anderen Bereiche selbst verantwortlich. In Zukunft suche ich mir aber bei den ein oder anderen Aufgaben Unterstützung. 

WETTBEWERB

Der Freelancer-Markt kann sehr wettbewerbsintensiv sein, insbesondere in Branchen wie Grafikdesign, Schreiben und Programmierung. Du musst in der Lage sein, dich von anderen Freelancern abzuheben und deine Fähigkeiten und Dienstleistungen erfolgreich zu vermarkten.

DIE VORTEILE EINES FREELANCER

Nun kommen wir zu den schönen Sachen. Die Gründe, warum es sich lohnt, als Freelancer durchzustarten. Aus vielen dieser folgenden Gründe habe ich mich selbstständig gemacht und arbeite nun als SEO-Experte.

DU BIST DEIN EIGENER CHEF

Schon alleine deshalb lohnt es sich, Freelancer zu sein. Du bist dein eigener Boss. Niemand sagt dir, was du zu tun hast. Kein Mensch sagt dir, wann, wo und wie du zu arbeiten hast. Für freiheitsliebende Menschen wie mich ein wahrer Traum.

Ich könnte nie wieder für den Traum eines anderen Menschen arbeiten. Das ist unmöglich. Ich kann machen, was ich will, da ich bis auf meinen Kunden niemandem eine Rechenschaft schuldig bin. 

Ich kann heute an diesem Projekt arbeiten und morgen an etwas Anderem. Keiner kann mir hereinreden. 

HOHES EINKOMMEN

Dein Einkommen hat nach oben keine Grenzen. Du kannst so viel Geld verdienen, wie du möchtest. Die einzige Person, die das verhindern kann, bist du selbst.

Da Freelancer für Unternehmen meistens günstiger als Angestellte sind, verdienen sie auch oft sehr gut und viel besser als Angestellte. Unternehmen müssen für sie zum Beispiel keine Sozialversicherungsbeiträge und Arbeitsmaterialien zahlen. 

Wie viel Geld du schlussendlich machst, hängt ganz alleine von dir ab.

ÖRTLICHE UNABHÄNGIGKEIT

Weißt du, warum ich mich selbstständig machen wollte? Damit ich vom Strand aus arbeiten kann. Das war und ist immer noch meine größte Motivation. In den warmen Sommermonate befinde ich mich meistens in Deutschland. Sobald es kälter wird, verziehe ich mich ins warme Ausland und arbeite von dort aus. 

Als digitaler Nomade benötige ich nur eine Internetverbindung und mein MacBook. Schon kann ich loslegen. Ich kann also von überall auf der Welt arbeiten und meine Brötchen verdienen.

Dieses Gefühl überwältigt mich noch immer. Ich bin sehr dankbar dafür, dass ich diese Möglichkeit habe. 

KEINE BÜROPOLITIK

Als Freelancer musst du dich nicht mit Büropolitik, Hierarchien oder Unternehmensstrukturen herumschlagen. Du kannst dich auf deine Arbeit konzentrieren und dich vollkommen auf die Bedürfnisse deiner Kunden konzentrieren.

ZEITLICHE UNABHÄNGIGKEIT

Neben der örtlichen Unabhängigkeit kommt der Faktor hinzu, dass du auch zeitlich unabhängig bist. Du kannst also arbeiten, wann du willst. Ist das nicht genial? 

Ich habe dieses sinnlose 9-5 Konzept schon immer angezweifelt. Wir Menschen sind viel zu verschieden, als dass wir alle zur gleichen Uhrzeit arbeiten. Klar, es mag Branchen geben, in denen es Sinn ergibt. Ich habe auch meine festen Arbeitszeiten und arbeite auch zum großen Teil über die Vormittage und Nachmittage. 

Dennoch kann ich arbeiten, wann ich will und wann ich mich auch produktiv fühle. Ich muss nicht dann arbeiten, nur weil ein Chef das möchte. Manchmal arbeite ich morgens um 07:00 Uhr, dann wieder mal abends um 20:00 Uhr. Dann mache ich wieder Pause und genieße das schöne Wetter, während ich am Sonntag arbeite, wenn es regnet.

Urlaub mache ich zum Beispiel nur sehr selten, wenn Ferien sind. So spare ich mir sehr viel Zeit und Geld. Ich mach dann frei, wenn alle arbeiten müssen. Wenn am Sonntag die Parks in München überrannt werden, arbeite ich. Am Montag, wenn jeder in der Arbeit ist, genieße ich die Ruhe.

Ich liebe es einfach! 

ABWECHSLUNGSREICH

Als SEO-Freelancer habe ich eine sehr abwechslungsreiche Tätigkeit. Bei mir ist nie ein Tag gleich. Schon alleine nicht, da ich Kunden aus verschiedenen Branchen betreue. Ich lerne also ständig etwas Neues.

Ich kann mich noch sehr gut an mein Berufsleben als Angestellter erinnern. Da war fast jeder Tag gleich. Ich fand das sehr schrecklich. Das war auch ein Grund, warum ich meinen Job gekündigt habe. Zwar mag ich Routinen und hab meine täglichen Gewohnheiten, die Arbeit muss aber abwechslungsreich sein.

VIELFÄLTIGE PROJEKTE

Als Freelancer hast du die Möglichkeit, an einer Vielzahl von Projekten und Aufgaben zu arbeiten. Dies ermöglicht es dir, neue Fähigkeiten zu erlernen, dich beruflich weiterzuentwickeln und deine Expertise in verschiedenen Bereichen zu erweitern.

IST DIE SELBSTSTÄNDIGKEIT ALS FREELANCER EMPFEHLENSWERT?

Wenn du mich fragst, auf jeden Fall. Jedoch kann ich das nicht pauschal beantworten. Ich bin ein Mensch, der frei sein und seine eigenen Entscheidungen treffen möchte. Ich habe auch kein Problem damit, Kunden zu akquirieren, Verkaufsgespräche zu führen und selbstständig ToDos abzuarbeiten. 

Solltest du jemand sein, der lieber gesagt bekommt, was zu tun ist, kann ich das auch verstehen. Wenn du aufgrund von Sicherheit lieber angestellt bleiben willst, verstehe ich das auch. Obwohl Sicherheit sowieso eine Illusion ist. Dazu aber in einem anderen Beitrag mehr. 

Für mich selbst war es die beste Entscheidung, mich selbstständig zu machen und als Freelancer zu starten. Es bringt gewisse Risiken und Nachteile. Aber für mich überwiegen die Vorteile. 

Wie sieht es bei dir aus? Bist du schon Freelancer oder möchtest du noch einer werden? Lass es mich doch in einem Kommentar wissen.

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