Das Wichtigste in Kürze
- Bei einem Kontenmodell verteilst du dein Geld automatisch auf mehrere Konten, die jeweils einen festen Zweck haben – Fixkosten, Rücklagen, Investments, Spaß
- Die Vorteile: besserer Überblick über deine Finanzen und automatisches Sparen gleich zu Monatsbeginn
- Ich empfehle dir mindestens ein 3-Konten-Modell; als Selbstständiger machen 4 oder sogar 6 Konten Sinn
- Bezahle dich immer zuerst selbst: Richte deine Daueraufträge zu Monatsanfang ein
- Beispielaufteilung bei 2.500 € netto: 65 % Fixkosten, 15 % Rücklagen, 10 % Investitionen, 10 % Ausgehen
- Nachteile: die einmalige Einrichtung und je nach Anzahl der Konten mögliche Gebühren
Lass' uns heute mal über deine Finanzen reden.
Geld ist nicht alles, aber ohne Geld ist alles nichts. Wenn du keins hast, bist du nicht frei und somit abhängig. Wie fühlst du dich, wenn du ständig dem Geld hinterherrennen musst und Dinge nur wegen des Geldes machst? Ich habe es gehasst! Ich habe mich wie ein moderner Sklave gefühlt.
Damit du ein Leben in Selbstbestimmung und Freiheit führen kannst, musst du deine Finanzen in den Griff bekommen. Und dabei möchte ich dir heute mit diesem Artikel helfen.
In den nächsten Zeilen erfährst du, wie du mit einem Kontenmodell dein Geld automatisch so verteilst, dass du dir Geld zurücklegen und sparen kannst und es sogar ohne schlechtes Gewissen ausgeben kannst.
Hört sich cool an? Dann lies jetzt weiter.
Was versteht man unter einem Kontenmodell?
Um eine bessere Übersicht über seine Finanzen zu erhalten, verteilt man sein Geld bei einem Kontenmodell auf verschiedene Konten. Das bedeutet, dass du je nach Kontenmodell mehrere Konten hast, auf die du dein Geld aufteilst.
Jedes deiner verschiedenen Konten soll einen ganz bestimmten Zweck erfüllen. Dazu kann zählen:
- Fixkosten
- Rücklagen
- Investments
- Urlaub
- Bildung
- Kinder
- Steuern (wichtig für Selbstständige)
- Hobby
Rein theoretisch kannst du beliebig viele Konten aufbauen und dein Geld verteilen. Jedoch solltest du auf etwaige monatliche Gebühren bei den Banken achten. Mehr dazu weiter unten.
Warum macht ein Kontenmodell Sinn?
Die meisten Menschen haben nur ein einziges Konto. Dort kommt am Anfang des Monats das Gehalt rein. Von diesem Konto gehen aber auch alle Ausgaben ab.
Dazu kann zählen:
- Miete
- Strom
- Internet
- Reparaturen
- Essen
- Restaurants
- Shopping
- Netflix
- Investitionen
- Auto
- Versicherungen
Ist das bei dir ähnlich?
Das Problem mit nur einem Konto ist, dass du schnell den Überblick verlierst. Oft geben wir viel zu viel Geld aus, ohne darüber nachzudenken. So bleibt am Ende des Monats nichts mehr übrig, um zu sparen oder zu investieren.
Dem kannst du mit einem der verschiedenen Kontenmodelle entgegenwirken.
Mach dich selbst zum Unternehmen
Was denkst du?
Würde ein Unternehmen funktionieren, wenn alle Ausgaben über nur ein Konto laufen würden? Mit absoluter Sicherheit nicht. Für jede Abteilung gibt es ein bestimmtes Budget. So wird verhindert, dass zu viel Geld ausgegeben wird.
Zudem können die Geldflüsse genau nachverfolgt und richtig investiert werden.
Ich betrachte mich selbst auch als Unternehmen. Wenn es die Großen machen, sollten es die Kleinen erst recht tun.
Welche Vorteile hat ein Kontenmodell?
Die Aufteilung in mehrere Konten hat einige Vorteile:
Zum einen hast du einen besseren Überblick und weißt ganz genau, wie viel Geld wo hingeht. So siehst genau, wo du eventuell zu viel ausgibst und wo du noch sparen kannst.
Zum anderen sparst du automatisch. Das hilft dir, gleich zu Beginn des Monats Geld zurückzulegen, solange noch etwas da ist. Du kannst also mit gutem Gewissen dein Geld ausgeben, ohne dir Sorgen um den restlichen Monat machen zu müssen.
Ein Kontomodell ermöglicht es dir, spezifische finanzielle Ziele zu verfolgen, indem du separate Konten für jedes Ziel einrichtest. Dadurch kannst du gezielt auf jedes Ziel sparen und sicherstellen, dass du genügend Mittel für die Erreichung deiner Ziele zur Verfügung hast.
Ein Kontomodell bietet dir die Gelegenheit, eine klare Trennung von Geldern für verschiedene Zwecke durch die Verwendung separater Konten oder Unterkonten. Dadurch erhältst du eine transparente Übersicht über deine finanziellen Mittel und Ausgaben, was zu besserer finanzieller Planung und Kontrolle führen kann.
Leider gibt es aber auch Nachteile.
Die Nachteile von Kontenmodellen
Eine Medaille hat immer zwei Seiten gibt. Wo es Vorteile gibt, gibt es auch oft Nachteile. Die Nachteile von einem Kontenmodell lassen sich aber an zwei Punkten abzählen:
- Du musst es einmalig einrichten
- Je nach Anzahl der Konten können Gebühren anfallen
Damit du Vor- und Nachteile auf einen Blick abwägen kannst, habe ich sie dir hier gegenübergestellt:
| Vorteile | Nachteile |
|---|---|
| Besserer Überblick über deine Finanzen | Muss einmalig eingerichtet werden |
| Du sparst automatisch zu Monatsbeginn | Je nach Anzahl der Konten fallen Gebühren an |
| Klare Trennung von Geldern für jeden Zweck | – |
| Ausgeben ohne schlechtes Gewissen | – |
Jedes System muss zuerst eingerichtet werden. Auch ein Kontenmodell. Aber diesen einmaligen Aufwand solltest du nicht scheuen, da es sich auf jeden Fall lohnen wird.
Solltest du mehrere Konten nutzen, wirst du nicht drumherum kommen, dass du Kontoführungsgebühren zahlen musst. Deshalb rate ich dir, die Anzahl deines Modells gut zu überlegen.
Aber auch dafür gibt es eine Lösung.
Mit der N26 Bank* beispielsweise kannst du verschiedene Spaces anlegen. Du kannst also dein Geld innerhalb der Bank aufteilen. Ich selbst wickle mein komplettes Freelancer-Business über mein normales N26-Konto ab – meine ehrliche Bilanz steht in den N26-Erfahrungen.
Jedoch rate ich nur bedingt dazu. Der Grund ist ganz einfach: Umso schneller und einfacher du auf dein Geld zugreifen kannst, desto schneller wirst du es auch ausgeben.
Wenn du dich nicht so gut kontrollieren kannst, empfehle ich dir, Konten bei mehreren Banken zu erstellen. Auch wenn du den ein oder anderen Euro an Gebühren zahlen musst, ist es das in den meisten Fällen wert.
Welches Kontenmodell macht am meisten Sinn?
Wie viele Konten du benötigst, hängt von deinen Vorlieben und deiner Situation ab. Ich persönlich empfehle dir mindestens ein 3 Konten Modell zu führen. Eins für deine Fixkosten, Rücklagen und Investments.
Wenn du, so wie ich, noch selbstständig bist, macht ein 4-Konten-Modell oder sogar ein 6-Konten-Modell-Sinn.
So sieht mein eigenes Kontenmodell aus. Ich habe ein Konto für:
Business Konto
Das ist eigentlich total logisch.
Hier erhalte ich Geld von meinen Kunden. Auch alle Ausgaben, die im Business anfallen, werden von diesem Konto abgezogen. Zweimal im Monat überweise ich mir dann mein Gehalt aus. Dieses fließt mit einem Dauerauftrag auf mein Fixkosten Konto. Von dort aus verteile ich das Geld.
Diese Überweisungen sind die einzigen Handlungen, die ich tätigen muss. Alles anderen Konten laufen automatisch.
Mein Businesskonto habe ich bei N26*.
Fixkosten Konto
Hier ist der Dreh- und Angelpunkt meiner Ausgaben. Von diesem Konto gehen meine monatlichen Fixkosten weg. Auch meine monatliche Sparrate für Aktienkäufe und meine Rücklagen gehen von diesem Konto ab.
Da ich Versicherungen habe, die nur einmal im Jahr abbuchen, werden auch diese monatlich automatisch auf mein privates Rücklagenkonto überwiesen. Ich teile den Betrag durch 12 Monate und spare diesen dann.
Wird die Versicherung dann fällig, überweise ich es wieder auf mein Fixkostenkonto zurück und begleiche die Zahlung.
So werde ich nie böse überrascht, wenn ein höherer Beitrag fällig wird.
Das Fixkostenkonto läuft über meine örtliche Sparkasse.
Lebensmitteleinkäufe zahlen meine Freundin und ich zuerst mit der kostenlosen American Express PAYBACK Kreditkarte**. Wir sammeln nämlich fleißig Punkte, damit wir mit PAYBACK Punkten in der Business Class fliegen.
Die Kreditkarte begleiche ich dann ebenfalls mit meinem Ausgabenkonto von der Sparkasse.
Investments
Ich spare jeden Monat einen gewissen Beitrag in ETF´s und sorge so etwas fürs Alter mit meinem Depot vor. Das läuft ganz automatisch. Ich muss hier nichts mehr tun. Sobald das Geld auf meinem Investment Konto angekommen ist, wird dieses automatisch in einen monatlichen Sparplan investiert. So kann es mir nie passieren, dass ich am Ende des Monats kein Geld mehr für Investments habe.
Wie hoch deine Sparquote ist, musst du dir selbst ausrechnen. Bei mir ist jeden Monat ein fixes Budget. Da ich als Selbstständiger investiere und meine Einnahmen schwanken, kann ich dir leider nicht sagen, wie viel Prozent es genau sind.
Dieses Konto habe ich bei der Comdirect*.
Private Rücklagen
Es kann immer was passieren. Und meistens tut es das auch. Die Waschmaschine geht kaputt, oder das Auto braucht plötzlich neue Bremsen. Leider haben nur sehr wenige Menschen auch so viel Geld auf der hohen Kante, dass sie solche ungeplanten Ausgaben stemmen können. Oft hilft dann nur noch, sich Geld teuer auszuleihen.
Damit mir das nicht mehr passiert, habe ich ein Konto für private Rücklagen. Dort spare ich jeden Monat einen gewissen Beitrag ein. Das Geld fasse ich auch nicht an. Erst, wenn ein Notfall eintritt und ich es wirklich benötige.
Ich kann dir das sehr empfehlen. Das lässt dich ruhiger schlafen. Es gibt doch fast nichts Schlimmeres, als Geldsorgen, oder?
Dieses Konto habe ich bei der DKB – warum genau, steht in meinen DKB-Erfahrungen. Aktuell bekommst du sogar 15 Euro, wenn du dort über diesen Link ein Konto eröffnest.
Steuerrücklagen
Auch hierfür habe ich ein Extra-Konto. Zwar zahle ich einmal im Quartal meine Umsatz- und Einkommenssteuer, da aber doch zu jeder Zeit eine unerwartete Rechnung vom Finanzamt kommen kann, habe ich mir einen Puffer aufgebaut. So kann mich nichts mehr kalt erwischen.
Zudem dient das Konto als Sicherheit, falls ich mal nicht arbeiten kann, oder mir ein Kunde abspringt. Mit diesen Rücklagen kann ich die Einbußen abfedern.
Dieses Konto habe ich bei der Renault Bank. Da gibt es im Moment übrigens 4 % Zinsen für Neukunden**! Ich selbst erhalte monatlich konstant 2,7%, was wieder meine Kosten für den Kaufs von ETFs deckt.
Spaßkonto
Jetzt kommen wir zum Konto, worauf du sicherlich schon die ganze Zeit gewartet hast. Das Spaßkonto. Es dient nur dem Konsum. Ich habe ein monatliches Budget, dass ich ohne schlechtes Gewissen ausgeben darf. Ich zwinge mich sogar dazu. Denn mit diesem Geld darf ich mich belohnen. Ich kann mir Klamotten kaufen, ins Restaurant gehen oder mir einfach einen coolen Urlaub gönnen.
Mit dem Geld darfst du machen, was du willst.
Und das Besondere daran ist, du musst kein schlechtes Gewissen haben, da du dich bereits um deine Fixkosten, Rücklagen und deine Altersvorsorge gekümmert hast. Ist das nicht genial?
Da ich als digitaler Nomade oft im Ausland unterwegs bin, benötige ich ein Konto, dass keine Gebühren für den Einsatz im Ausland verlangt. Deshalb nutze ich für mein Spaßkonto Wise und Revolut.
Kreditkarte als Sicherheit
Und wenn ich eine Kreditkarte im In- oder Ausland benötige, benutze ich die kostenlose Gebührenfrei Kreditkarte von der Advanzia. Damit kann ich ohne Wechselkursgebühren zahlen.
Deine ersten Schritte zum Kontenmodell
Was sind nun die ersten Schritte, damit du dir ein sinnvolles Kontenmodell einrichten kannst? Im Folgenden werde ich dir die einzelnen Schritte aufführen.
Verschaffe dir einen Überblick über deine Finanzen
Bevor du nicht weißt, wie die Lage ist, kannst du keine vernünftigen Entscheidungen treffen. Deshalb ist der erste Schritt, dir einen Überblick über deine Finanzen zu verschaffen.
Erstelle dir eine Excel-Liste und erstelle zwei Spalten. In die eine Spalte schreibst du all deine Einnahmen auf. In die andere all deine Ausgaben. Wenn du jährliche Abbuchungen hast, dann brich diese auf den Monat herunter. Schreibe wirklich alles auf.
Entscheide dich für ein Kontenmodell
Nun ist es an der Zeit, dich für ein Kontenmodell zu entscheiden. Ich empfehle dir mindestens 4 Konten zu haben.
- Fixkosten
- Rücklagen
- Investitionen
- Ausgehen
Wenn du angestellt bist, dann lass dir dein Gehalt auf dein Fixkostenkonto überweisen. Von dort aus gehen all deine Ausgaben weg. Auch das Budget für die anderen Konten.
Eröffne deine neuen Bankkonten
Nun eröffnest du dir deine Konten bei verschiedenen Banken. Da die Zinsen aktuell sehr hoch sind, empfehle ich dir für dein Rücklagenkonto ein Tagesgeldkonto, bei dem du Zinsen bekommst. Hier eignen sich beispielsweise Revolut, Wise und die Renault Bank direkt. Es gibt aber auch noch andere gute Banken.
Hier hast du nochmal eine Übersicht über alle angesprochenen Konten, die ich auch nutze und mit denen ich hervorragende Erfahrung gemacht habe:
| KONTO | LINKS |
|---|---|
| WISE (KOSTENLOS) | ZUM KONTO ** |
| REVOLUT (KOSTENLOS) | ZUM KONTO ** |
| N26 (KOSTENLOS) | ZUM KONTO ** |
| DKB (KOSTENLOS) | ZUM KONTO * |
| COMDIRECT (KOSTENLOS) | ZUM KONTO * |
| KREDITKARTEN | LINKS |
| GEBÜHRENFREI (KOSTENLOS) | ZUM ANBIETER |
| AMEX PAYBACK (KOSTENLOS) | ZUM ANBIETER ** |
Richte Daueraufträge ein
Nun beginnt die Magie.
Richte dir Daueraufträge auf deine verschiedenen Konten ein. Wichtig: Bezahle dich zu immer erst selbst. Das bedeutet, dass du die Daueraufträge immer zu Monatsanfang erstellen solltest. Sonst besteht die Gefahr, dass du über deine Verhältnisse lebst und gegen Ende des Monats kein Geld mehr hast, um dieses zu verteilen.
Das Geld muss am Anfang jeden Monats automatisch auf die Konten verteilt werden. Nur so macht es Sinn.
Wie viel Geld auf die verschiedenen Konten verteilen?
Das liegt an dir. Je nachdem wie viel Geld du nach deinen Fixkosten noch übrig hast, kannst du die Höhe der Daueraufträge wählen. Angenommen dein monatliches Nettoeinkommen beträgt 2.500 Euro, dann kannst du es so verteilen:
| Konto | Anteil | Betrag |
|---|---|---|
| Fixkosten | 65 % | 1.625 € |
| Rücklagen | 15 % | 375 € |
| Investitionen | 10 % | 250 € |
| Ausgehen | 10 % | 250 € |
Wenn du irgendwann genug Rücklagen hast, kannst du den Betrag runterschrauben und beispielsweise mehr investieren. So mache ich es, wenn ich mir meinen Notgroschen gebildet habe.
Solltest du dir Fixkosten einsparen können, kannst du dieses Geld wiederum auf andere Konten verteilen.
Es ist anfangs vollkommen egal, wie hoch die Daueraufträge sind. Auch wenn es zu Beginn nur 50 Euro sind. Wichtig ist, dass du anfängst und dich daran gewöhnst.
Fazit zum Kontenmodell
Meiner Meinung nach ist die Aufteilung deines Geldes auf verschiedenen Konten die beste Möglichkeit, um mit wenig Aufwand dein Geld zu sparen und wachsen zu lassen. Mit einem Kontensystem wirst du deine Finanzen in den Griff bekommen.
Ob es sich bei dir schlussendlich um ein 2 Konten Modell, 3 Konten Modell oder doch um ein 6 Konten Modell handelt, bleibt dir überlassen. Jedes dieser Kontenmodelle erfüllt den Zweck. Es muss zu deiner Situation passen und sollte nicht so kompliziert sein.
Was in meinem eigenen Kontensystem übrigens nicht fehlen darf: eine gute Reisekreditkarte – damit das Geld aus dem Konsum-Topf unterwegs nicht von Auslandsgebühren aufgefressen wird.
Dominik Kienzle
Dominik ist Freigeist und Macher. Als SEO-Freelancer verdient er sich seine Smoothies und lebt, wo andere Urlaub machen. Auf seinem Blog zeigt er, wie du neben dem Job als Freelancer startest und langfristig als digitaler Nomade von den schönsten Orten der Welt arbeitest. Lass dich von seiner Freiheit inspirieren.