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Skill & Selbstständigkeit

Größte Herausforderung meiner Selbstständigkeit

Heike von Richtungs-Coaching hat in ihrer Blogparade dazu aufgerufen, einen Artikel zu schreiben, was die größte Herausforderung im ersten Jahr der eigenen Selbstständigkeit war.

Dominik KienzleVeröffentlicht am 7 Min. Lesezeit
KI-Illustration

Das Wichtigste in Kürze

  • Ich habe früh gemerkt, dass ein 9-5 Job nichts für mich ist, weil ich nicht will, dass mir jemand anders sagt, was ich wann zu tun habe – deshalb habe ich mich als SEO Freelancer und digitaler Nomade selbstständig gemacht
  • Meine größte Herausforderung im ersten Jahr war die Selbstorganisation: Plötzlich hatte ich keinen Chef mehr, war viel zu frei und total überfordert
  • Weil ich nicht konsequent an meinen Projekten gearbeitet habe, konnte ich zeitweise meine Lebenshaltungskosten nicht mehr decken und musste mir sogar Geld von meiner damaligen Partnerin leihen
  • Die Lösung war Selbstorganisation: Seitdem plane ich jeden Arbeitstag im Voraus und blocke feste Zeiten in meinem Google Kalender – auch private Aufgaben und Freizeit
  • Ich plane auf mehreren Ebenen: einen groben Monatsplan Ende des Monats, sonntags die ganze Woche und am Abend zuvor den nächsten Tag
  • Wichtig ist, auch Pausen und Freizeit fest einzuplanen, denn als Selbstständiger gibt es keinen Chef und kein Gesetz, das dich vor Selbstausbeutung schützt
Dominik Kienzle
Dominik Kienzle
SEO-Freelancer & digitaler Nomade · lebt und arbeitet ortsunabhängig · dokumentiert seinen Weg ehrlich

Heike von Richtungs-Coaching hat in ihrer Blogparade dazu aufgerufen, einen Artikel zu schreiben, was die größte Herausforderung im ersten Jahr der eigenen Selbstständigkeit war.

Da du als Leser meines Blogs dich mit hoher Wahrscheinlichkeit auch selbstständig machen willst, habe ich mir gedacht, an Heikes Blogparade teilzunehmen und dir Mut zu machen, endlich zu starten. Denn für jede Herausforderung gibt es eine Lösung.

Ich habe schon sehr schnell gemerkt, dass ein 9-5 Job nichts für mich ist. Ich habe kein Problem zu arbeiten. Im Gegenteil. Ich liebe es sogar. Doch ich habe ein Problem damit, wenn mir jemand anders sagt, was ich wann zu tun habe.

Deshalb war für mich schon sehr früh klar, dass ich mich mal selbstständig mache. Ich wusste zwar nicht womit, aber das war mir egal.

Ich wollte einfach ein glückliches, freies und unabhängiges Leben führen.

Jahre später war es dann so weit. Ich habe mich als SEO Freelancer selbstständig gemacht und arbeite als digitaler Nomade von der ganzen Welt aus.

Doch auch ich hatte im ersten Jahr meiner Selbstständigkeit Herausforderungen, mit denen ich zu kämpfen hatte.

Vor allem mit einer Sache habe ich mir sehr schwergetan: Selbstorganisation.

Das Problem: Ich habe keinen Chef mehr

Ich weiß, allein der Gedanke, keinen Chef mehr zu haben und jederzeit das tun zu können, was man will, hört sich toll an.

Das war auch meine Motivation. Und wenn ich ganz ehrlich bin, will ich auch nie wieder einen Chef haben.

Doch das große Problem anfangs war: Ich hatte keinen Chef mehr.

Hört sich Paradox an, nicht wahr? Warte, ich werde es dir erklären.

Plötzlich musste ich selbst meinen Tag planen. Ich war nun in der Verantwortung, als Freelancer Kunden zu finden, damit ich nächsten Monat meine Miete zahlen konnte.

Es gab niemanden mehr, der mir gesagt hat, wann ich in die Arbeit kommen muss.

Ich war frei. Viel zu frei. Ich konnte mit so viel Freiheit nicht umgehen.

Man glaubt es kaum, aber auch sowas gibt es.

Jahrelang war ich in einem Konstrukt, das mir vorgeschrieben hat, was ich wann zu tun habe. Und plötzlich musste ich das allein entscheiden.

Ich war total überfordert.

Einerseits natürlich voller Tatendrang und Glückshormonen, endlich dem Angestelltenjob entkommen zu sein, aber andererseits vor der Herausforderung der eigenen Selbstständigkeit.

Von nichts kommt nichts

Wenn du angestellt bist, kannst du dich irgendwie durch den Arbeitstag mogeln.

Hier mal einen Kaffee, dort mal eine Besprechung und in der Küche ein längeres Gespräch mit den Kollegen über den Chef, wie schlimm er doch ist.

Und wenn du mal die Schnauze voll hast, gehst du zu Doktor Holiday und lässt dich krankschreiben.

Doch wenn du dein eigener Chef bist, geht das nicht mehr so einfach.

Klar, du kannst wirklich machen, was du willst. Ob du arbeitest oder nicht interessiert niemanden. Außer vielleicht deinen Kunden, da diese deine Dienstleistung erwarten.

Aber wenn wir mal ganz ehrlich sind, kannst du auch mal Wochen lang so gut wie nichts tun.

Naja, zumindest so lange, bis du realisierst, dass du deine Lebenshaltungskosten nicht mehr decken kannst.

Ich selbst war an diesem Punkt.

Und das war alles andere als toll.

Ich weiß nicht warum, aber wir Menschen verdrängen gewisse Sachen.

So wie es Leute gibt, die einfach ihre Rechnungen nicht zahlen und die Briefe nicht öffnen, in der Hoffnung, dass die Schulden wie durch einen Zauberspruch aus Harry Potter verschwinden.

Sowas kann ich nie verstehen.

Aber ich erlaube mir kein Urteil. Ich war doch fast genauso. Nur auf einer anderen Ebene.

Erst als ich dann auf mein Konto blickte, bin ich aufgewacht. Besser spät, als nie.

Es geht nur mit Selbstorganisation

Zum Glück habe ich schnell realisiert, dass das so nicht weitergehen kann.

Du kannst dir nicht vorstellen, wie schlecht ich mich gefühlt habe.

Ich musste mir sogar Geld von meiner damaligen Partnerin leihen, weil ich es einfach nicht auf die Reihe bekommen habe.

Alles andere habe ich getan, nur nicht konsequent an meinen Projekten gearbeitet.

Eine positive Sache hatte die ganze Situation aber.

Ich habe daraus gelernt.

Seitdem plane ich jeden einzelnen Arbeitstag bereits im Voraus.

Ich mache das in meinem Google Kalender. Ich nutze diesen als eine Art Todo-Liste. Dort blocke ich mir feste Zeiten für gewisse Erledigungen. Auch meine privaten Aufgaben sind dort fest terminiert.

Und daran halte ich mich konsequent. Komme, was wolle. Gut, außer ich bin krank oder es kommt was wirklich Wichtiges dazwischen. Aber das ist eher selten.

Viele werden sich sicherlich denken, dass das nicht mehr so viel mit Freiheit zu tun hat. Vor allem, wenn ich mein Privatleben ebenfalls strukturiere.

Ich sehe das aber genau anders.

Indem ich meinen Tag plane und so strukturiere, gibt es mir die Möglichkeit, selbst zu entscheiden, was ich machen will.

Wenn ich das nicht machen würde, wäre ich ein Spielball, mit dem jeder mal spielen darf.

Ich wäre für jeden erreichbar und würde sofort alles stehen und liegen lassen, wenn mich jemand anruft.

Und noch wichtiger: Ich wäre abhängig von meinen Emotionen.

Was denkst du, wie oft ich keine Lust habe, gewisse Dinge zu erledigen. Wie Buchhaltung zum Beispiel. Ich hasse es.

Aber wenn ich mich ständig von meinen Emotionen leiten lassen würde, würde mir meine Steuerberaterin die Ohren lang ziehen und das Finanzamt mir den Laden dichtmachen.

Wichtigste Erkenntnis: Plane deinen Tag

Wie sagte Benjamin Franklin einst: „Wenn man es nicht schafft zu planen, plant man, es nicht zu schaffen."

Wenn ich nochmal neu anfangen würde, würde sofort solch einen Plan einführen und diesen kontinuierlich durchziehen.

Und das rate ich dir auch, wenn du dich selbstständig machen möchtest.

Ich plane dabei auf drei Ebenen – vom groben Monatsplan bis zum einzelnen Tag:

Planungsebene Wann ich plane Wofür sie gut ist
Monatsplan Ende des Monats Grober Überblick, an welchen Projekten du arbeitest und wo du in welcher Woche Schwerpunkte setzt
Wochenplan Jeden Sonntag für die kommende Woche Jeden Wochentag durchgehen und Termine und Todos in den Kalender blocken
Tagesplan Am Abend zuvor Aufgaben und Prioritäten für den nächsten Tag prüfen und bei Bedarf anpassen

Hock dich Ende des Monats hin und erstelle dir einen groben Monatsplan. Schreibe dir auf, was zu tun ist, an welchen Projekten du arbeiten willst und was du in welcher Woche umsetzen willst.

Keine Sorge, der Plan muss nicht in Stein gemeißelt werden. Aber mit einer Monatsplanung hast du einen guten Überblick und weißt, wo du welche Schwerpunkte setzen musst.

Sonntags plane ich dann die ganze Woche im Voraus. Ich gehe jeden einzelnen Wochentag durch und schreibe mir meine Termine und Todos auf und blocke diese in meinem Kalender.

Am Abend zuvor gehe ich dann den morgigen Tag nochmal durch. Sollten sich Aufgaben oder Prioritäten geändert haben, ändere ich diese in meinem Kalender.

Wichtig ist, dass du keine freie Lücke mehr hast. Aber Achtung, das heißt nicht, dass du ohne Unterbrechung durcharbeiten sollst.

Deshalb solltest du dir auch deine freien Zeiten fest in deinen Kalender einplanen. So sorgst du dafür, dass du auch wirklich Zeit für dich hast und diese nicht von anderen Menschen oder Projekten beansprucht werden.

Wenn du das einmal installierst hast und dich dran hältst, wirst du zur Produktivitätsmaschine.

Und noch einmal, weil es so wichtig ist: Plane auch deine Freizeit ein.

Auch das musst du als Selbstständiger selber tun. Theoretisch kannst du 24 Stunden am Stück arbeiten. Es gibt kein Gesetz, dass dich überwacht oder einen Chef, der dich aus dem Büro schmeißt.

Sorge deshalb für Erholung, Pausen und Zeiten, in denen du nichts machst.

Blockiere dir dafür auch Zeit in deinem Kalender. Es geht schließlich um dich.

Wenn du diese Tipps beherzigst, wirst du vom ersten Tag deiner Selbstständigkeit an keine Probleme haben, produktiv zu sein und für deinen Lebensunterhalt sorgen zu können.

Nun interessiert mich deine Meinung.

Bist du schon selbstständig? Wenn ja, kommt dir das bekannt vor? Wie hast du das Problem gelöst?

Schreib mir dazu einen Kommentar.

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Dominik Kienzle

Dominik Kienzle

Gründer von Freiheitsrebell · SEO-Freelancer & digitaler Nomade

Dominik ist Freigeist und Macher. Als SEO-Freelancer verdient er sich seine Smoothies und lebt, wo andere Urlaub machen. Auf seinem Blog zeigt er, wie du neben dem Job als Freelancer startest und langfristig als digitaler Nomade von den schönsten Orten der Welt arbeitest. Lass dich von seiner Freiheit inspirieren.