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Selbstbestimmt leben

Warum du auf Nachrichten verzichten solltest

Ich war ein regelrechter Junkie. Ich checkte alle 20 Minuten die Nachrichten. Gleich nach dem Aufstehen, vor der Arbeit, während der Arbeit, in der Mittagspause, nach der Arbeit, während ich ein Gesch…

Dominik KienzleVeröffentlicht am 9 Min. Lesezeit
KI-Illustration

Das Wichtigste in Kürze

  • Ich war regelrecht süchtig nach Nachrichten und habe alle 20 Minuten News gecheckt – auf Nachrichtenportalen, Twitter, Telegram und YouTube.
  • Der ständige Konsum hat meine Konzentration zerstört, mich gereizt und schlecht gelaunt gemacht und meiner mentalen Gesundheit geschadet.
  • Nachrichten sind fast immer negativ und setzen den Körper durch die Ausschüttung von Cortisol unter Stress – das kann zu Angstzuständen, Aggressivität und emotionaler Unempfindlichkeit führen.
  • Über die meisten Ereignisse auf der Welt kannst du ohnehin nichts ausrichten – kümmere dich lieber um deinen eigenen Einflussbereich.
  • Ich empfehle dir einen konsequenten News-Detox, am besten für einen ganzen Monat, und einen bewussten Ersatz für die alte Gewohnheit.
Dominik Kienzle
SEO-Freelancer seit 2021 · seit 2023 ortsunabhängig · echte Zahlen statt Laptop-Romantik

In diesem Artikel verrate ich dir, warum mich mein ständiger Nachrichtenkonsum krank gemacht hat und warum du besser auf News verzichten solltest.

Meine Sucht nach Nachrichten

Ich war ein regelrechter Junkie. Ich checkte alle 20 Minuten die Nachrichten. Gleich nach dem Aufstehen, vor der Arbeit, während der Arbeit, in der Mittagspause, nach der Arbeit, während ich ein Geschäft auf dem Klo verrichtete und natürlich kurz vor dem Schlafengehen.

Ja, ich war süchtig. Richtig süchtig! Schlimmer noch als meine YouTube Sucht.

Nachrichten haben mir eine Art Befriedigung gegeben. Eigentlich richtig krass, aber ich freute mich jedes Mal, wenn etwas passiert ist. Bereits der Gedanken daran, dass in der Welt was Wichtiges geschehen ist und ich es mit dem nächsten Klick auf meinem Smartphone erfahren würde, hat ein Feuerwerk in meinem Kopf ausgelöst.

Nun weiß ich, was dies war – Dopamin.

Und ich war süchtig danach. Süchtig nach News, News und nochmal mehr News.

Selbstverständlich checkte ich auch mehrmals in der Stunde Twitter. Dort verbreiteten sich Nachrichten meist noch schneller als auf den bekannten Nachrichtenportalen.

Und dann kam noch Telegram hinzu. Du kannst dir nicht vorstellen, in wie vielen Gruppen ich war. Warum? Ist doch klar, ich brauchte News.

Da ich selbstständig bin, kontrolliert mich keiner. Und natürlich lief im Hintergrund YouTube mit den aktuellen News.

Kennst du das Gefühl, erst einmal einen Kaffee oder eine Zigarette brauchen zu müssen, um in den Gang zu kommen? Genau so ging es mir mit Nachrichten.

Ich war richtig abhängig.

Das Problem meiner News-Sucht

Irgendwann fingen die Probleme an.

Ich konnte mich nur noch sehr schlecht konzentrieren. In meiner Arbeit hatte ich es kaum geschafft, länger als 20 Minuten aufmerksam zu sein und durchzuarbeiten. Denn ich musste ja schließlich die News checken.

Vielleicht geht gerade die Welt unter und ich bin der einzige Mensch der Welt, der es nicht mitbekommt!?

Kennst du das? Das nennt man übringeds Fomo (Fear of missing out)

Mit der Zeit wurde ich ein Meister des Aufschiebens. Erst einmal mussten die News gecheckt werden, dann ein Livestream, da gerade die Bundeskanzlerin spricht und so weiter.

Die Arbeit war das Eine, langsam litt meine mentale Gesundheit darunter.

Was denkst du passiert, wenn man sich gleich nach dem Aufstehen mit Nachrichten, die bekanntlich nur negativ sind, beschäftigt?

Ganz genau, du bekommst schlechte Laune. Auch wenn es dir nicht sofort bewusst wird, unterbewusst nimmst du alles sofort auf.

News setzen unseren Körper enorm unter Stress. Jede aufwühlende Story kann zur Ausschüttung von Cortisol führen, welches sich negativ auf den Körper auswirkt. Nachrichtenkonsum kann aber auch zu Angstzuständen, Aggressivität und emotionale Unempfindlichkeit führen.

Vor allem gleich in der Früh nach dem Aufstehen und abends vor dem Zubettgehen ist unser Unterbewusstsein auf aufnahmefähigsten.

Ich selbst bekam richtig schlechte Laune. Ich war genervt, gereizt und mein Leben machte mir nicht mehr so viel Spaß. Kein Wunder, bei all den schlechten Nachrichten.

Mir ging es in dieser Zeit alles andere als gut.

Kommt dir das bekannt vor? Wenn ja, dann lies jetzt unbedingt weiter.

Sei dir deiner Sucht nach Nachrichten bewusst

Ganz ehrlich, so ein Verhalten ist krankhaft und nicht normal. Ab und zu mal die Nachrichten zu schauen kann noch okay sein, aber alle 20 Minuten? Das ist abnormal und eine Sucht.

Im Weiteren werde ich dir verraten, warum du überhaupt keine Nachrichten mehr konsumieren solltest.

Wenn es dir gerade so geht wie mir, dann ist der erste Schritt, dir einzugestehen, dass du süchtig bist und dein Verhalten nicht unter Kontrolle hast.

Ich bin zwar kein Arzt, aber das kann dir auch ein Erstklässler verraten.

Auch ich musste es mir eingestehen.

Ich habe damals geraucht und erfolgreich geschafft, aufzuhören. Meine Nachrichtensucht ähnelte der der Zigarettensucht. Nur ging es nicht auf meine körperliche, sondern auf meine mentale Gesundheit.

Es ist nicht schlimm süchtig zu sein. Schlimm wird es nur, wenn du es nicht wahrhaben willst und es verdrängst.

Gründe gegen den News-Konsum

„Aber Dominik, du musst doch Nachrichten schauen. Du bist ein Egoist, wenn du das nicht tust. Schließlich musst du wissen, was in der Welt vorgeht!"

Ach echt?

Muss ich wirklich wissen, dass gerade ein Erdbeben stattgefunden hat? Muss ich echt wissen, dass die USA ein neuen Flugzeugträger gebaut haben. Ist es echt so interessant, dass Nordkorea gerade wieder eine Rakete getestet hat? Warum muss ich wissen, dass ein Mann nach einem Hotdog Wettessen gestorben ist? Muss ich wirklich wissen, das irgend so ein Z Promi, der vor Jahren mal im TV zu sehen war, eine schwere Krankheit hat?

Merkst du, wie absurd das ist?

Ich finde jedes Leid schrecklich und habe viel Mitgefühl.

Doch was kann ich hier in Deutschland machen, wenn ein Zyklon hunderte Menschen umgebracht hat? Leider nichts. Warum solltest du dich dann damit beschäftigen?

Besser wäre es doch, dich auf dein Business zu konzentrieren, viel Geld zu machen, damit du irgendwann in der Lage bist, Geld zu spenden, wenn so eine Katastrophe passiert. Oder nicht? Dann kannst du wirklich helfen.

Wir denken ständig, dass wir die Welt besser machen würden, wenn wir über alles Bescheid wissen. Aber mal Hand aus Herz, tut es das wirklich? Oder kann es sein, dass du und deine Gesundheit darunter leiden, wenn du dich mit so viel Negativität beschäftigst?

Ich möchte nicht, dass du ein Egoist wirst und dir alles um dich herum egal wird. Nein, im Gegenteil! Aber kümmere dich doch erst einmal um deinen Einflussbereich.

Du kannst:

Du kannst aber nichts gegen eine Katastrophe oder einen Haiangriff auf der anderen Seite der Welt tun. Du kannst spenden, vorausgesetzt du bist dazu in der Lage. Leider sind es die Wenigsten.

Es gibt eine Menge guter Gründe, mit dem Konsum von Nachrichten aufzuhören.

Ich empfehle dir das Buch „Die Kunst des digitalen Lebens von Rolf Dobelli. Dieses Buch zeigt noch einmal mehr auf, warum der Konsum von Nachrichten so schädlich ist und was wir dagegen machen können.

News sind immer gleich

Ich hatte immer mal wieder Phasen in denen ich mehrere Wochen komplett auf Nachrichten verzichtet habe. Also ich wieder anfing zu konsumieren stellte ich überraschend fest, dass sich nichts geändert hat. Es ist immer noch das Gleiche.

Es mag sein, dass der Ort ein andere ist oder die Personen. Aber grundsätzlich ist es immer das Gleiche.

Vielleicht wirst du jetzt lachen und feststellen, dass ich Recht habe.

Mein Leben vorher und nachher

Damit du siehst, was der Verzicht auf Nachrichten bei mir bewirkt hat, hier ein ehrlicher Vergleich zwischen meiner Zeit als News-Junkie und heute:

Mit News-Sucht Nach dem News-Verzicht
Alle 20 Minuten News gecheckt Kein ständiges Checken mehr
Konzentration kaum länger als 20 Minuten Wieder fokussiert arbeiten
Genervt, gereizt und schlecht gelaunt Ausgeglichen und glücklich
Meister des Aufschiebens Mehr Freude an dem, was ich tue
Mentale Gesundheit litt Wieder mehr Zeit für mich

Mache einen Nachrichten-Detox

Ich empfehle dir dringend einen News-Detox zu machen und konsequent eine Zeit lang auf alle Nachrichten zu verzichten. Ähnlich wie bei einem Social Media Detox, bei dem bewusst auf Soziale Medien verzichtest.

Lösche jetzt sofort alle News Apps auf deinem Smartphone. Trag dich aus allen Newslettern aus, die dich mit Nachrichten versorgen und deabonniere alle YouTube Kanäle, die dich mit deinem Stoff versorgt haben.

Du kannst deinen Detox mit einer Woche starten. Im besten Fall ziehst du es einen Monat durch.

Mit Sicherheit wirst du bereits am ersten Tag ein Gefühl der Freiheit spüren. Kein Wunder, denn du bekommst nichts mehr mit und musst dir über Sachen, die du eh nicht ändern kannst, nicht mehr deinen Kopf zerbrechen.

Wenn ich was mache, dann mach ichs richtig.

Wichtig ist, dass du dir deinen Verzicht auf News planst. Der Grund ist ganz einfach: Dir wird was fehlen. Das ist kein Scherz.

Wenn du alle paar Minuten die Nachrichten gescheckt hast, hat sich bereits eine Gewohnheit aufgebaut. Und diese kann man nicht so einfach ablegen. Was denkst du, warum Exraucher plötzlich so viel Kaugummi kauen oder essen? Weil sie einen Ersatz benötigen.

Deshalb ist es enorm wichtig, dass du dir überlegst, was dein Ersatz ist.

Bei mir war es frische Luft. Als ich das Gefühl hatte, Nachrichten zu schauen bin ich auf den Balkon gegangen und hab frische Luft geatmet. Ja, ich musste sehr oft aufstehen, aber damit schlug ich zwei Fliegen mit einer Klappe.

Was du machst, ist dir überlassen. Wichtig ist, dass du etwas machst. Sei nicht so blauäugig und denke, dass es auch so geht.

Dies ist auch der Grund, warum ich dir rate, den Detox länger als 7 Tage zu machen. Eine neue Gewohnheit bildet sich erst nach ca. 21 Tagen.

Ich bin mir sicher, dass du es durchziehen wirst. Es wird sich auf jeden Fall lohnen.

Seit meinem News-Verzicht bin wie ich wie ein anderer Mensch. Ich bin ausgeglichen, glücklich und habe viel Freude bei dem was ich tue. Vor allem habe ich wieder mehr Zeit. Zeit, die ich aufgrund meines Nachrichtenkonsums nicht mehr hatte.

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Dominik Kienzle

Dominik Kienzle

Gründer von Freiheitsrebell · SEO-Freelancer & digitaler Nomade

Ich bin Dominik. Seit 2021 selbstständiger SEO-Freelancer, seit 2023 aus Deutschland abgemeldet. Hier zeige ich, wie du dich mit einem bezahlbaren Skill, eigenem Einkommen und Selbstverantwortung Schritt für Schritt aus Abhängigkeit löst – und dokumentiere offen, wie weit ich selbst bin.