Das Wichtigste in Kürze
- Ich habe sowohl Webdesigner als auch andere SEO-Freelancer angeschrieben – beide Gruppen aus verschiedenen Gründen
- Meine erste Strategie: Freelancer anschreiben und ihnen Provision anbieten – hat innerhalb weniger Tage funktioniert
- Provision: 15 % in den ersten 6 Monaten, danach 5 % – fair für beide Seiten
- Mein erster Kunde: ein Gesangsstudio in München für 500 € im Monat
- Nach etwa 6 Monaten kamen erste Anfragen über meine Website
- Du brauchst am Anfang kein großes Portfolio – du brauchst einen ersten Kunden
Mein erster SEO-Kunde war ein Gesangslehrer in München.
500 € im Monat. Kein großes Budget. Kein bekannter Name. Kein Referenzprojekt, das ich vorweisen konnte.
Aber er war der Anfang von allem.
Heute arbeite ich als SEO & GEO Experte mit Kunden, die ich von überall auf der Welt betreue – von Dar es Salaam, von Bali, von wo auch immer ich gerade bin. Aber damals war ich froh, überhaupt einen Kunden zu haben.
Hier ist wie ich angefangen habe – und was wirklich funktioniert hat.
DAS PROBLEM AM ANFANG: KEIN PORTFOLIO, KEINE ANFRAGEN
Wenn du als SEO-Freelancer startest, hast du ein klassisches Henne-Ei-Problem.
Kunden wollen Referenzen. Aber Referenzen bekommst du nur von Kunden.
Du kannst die beste SEO-Strategie der Welt im Kopf haben – wenn du keine Ergebnisse vorweisen kannst, ist es schwer, jemanden zu überzeugen. Besonders am Anfang, wenn dein Name noch niemand kennt und deine Website noch nicht rankt.
Ich hätte warten können, bis die ersten Anfragen von selbst kommen. Aber das wäre eine schlechte Idee gewesen.
Warten ist keine Strategie. Handeln schon.
MEINE ERSTE STRATEGIE: DIE RICHTIGEN LEUTE ANSCHREIBEN
Ich habe mir überlegt, wer bereits Zugang zu den Kunden hat, die ich will.
Die Antwort war eigentlich naheliegend: andere Freelancer.
Ich habe zwei Gruppen angeschrieben.
Webdesigner und Entwickler
Die bauen Websites für kleine und mittelständische Unternehmen. Diese Unternehmen brauchen SEO. Aber die meisten Webdesigner machen kein SEO – entweder weil sie es nicht können oder weil es nicht ihr Fokus ist.
Das war meine Lücke.
Ich habe Websites gesucht, die bereits gut für relevante Begriffe gerankt haben – zum Beispiel „Webdesigner München“ oder „WordPress Freelancer Berlin“. Wer da oben steht, hat echte Kunden. Und echte Kunden haben oft Bedarf, den noch niemand deckt.
SEO-Freelancer mit vollen Auftragsbüchern
Das ist der Teil, den die meisten vergessen.
Auch andere SEO-Freelancer sind potenzielle Partner – nämlich dann, wenn sie selbst zu viele Anfragen haben und Kunden nicht bedienen können. Wer gut ist und bekannt, hat irgendwann mehr Anfragen als Kapazität.
Ich habe diese Freelancer direkt angeschrieben und gefragt: Hast du gerade Kunden, die du nicht mehr annehmen kannst? Ich übernehme das gerne – mit Provision für dich.
Ein einfacher Gedanke. Aber er funktioniert, weil er auf einem echten Problem aufbaut.
DIE NACHRICHT – UND WIE ICH SIE GESCHRIEBEN HABE
Die Nachricht war kein formeller Pitch. Kein langes PDF. Kein Motivationsschreiben.
Es war eine kurze, persönliche Nachricht. Ungefähr so:
„Hey [Name], ich bin SEO-Freelancer und habe gesehen, dass du im Bereich [Thema] unterwegs bist. Ich frage mich, ob du manchmal Anfragen bekommst, die du selbst nicht mehr annehmen kannst – oder Kunden, denen du SEO anbietest, es aber nicht selbst umsetzt. Falls ja, würde ich mich freuen, das für dich zu übernehmen. Du bekommst 15 % der monatlichen Rechnung in den ersten 6 Monaten, danach 5 %. Kein Aufwand für dich – du stellst nur den Kontakt her.“
Nicht trocken. Nicht förmlich. Direkt, menschlich, auf den Punkt.
Das Wichtigste dabei: Ich habe nicht um einen Gefallen gebeten. Ich habe ein Angebot gemacht, das sich für den anderen lohnt.
Das ist der Unterschied.
DAS PROVISIONS-MODELL – WARUM ES FUNKTIONIERT
15 % in den ersten 6 Monaten, danach 5 %.
Das klingt nach viel. Aber es funktioniert – aus einem einfachen Grund: Es ist für den Vermittler nahezu risikofrei.
Der Webdesigner oder SEO-Kollege muss nichts tun außer meinen Namen zu erwähnen. Wenn der Kunde unterschreibt, verdient er mit. Wenn nicht, hat er nichts verloren.
Das ist ein Angebot, das man kaum ablehnen kann.
Und für mich? 15 % von 500 € sind 75 € im Monat. Das klingt nach wenig. Aber ich hatte dadurch meinen ersten Kunden – und den ersten Beweis, dass ich liefern kann. Das ist unbezahlbar.
Innerhalb weniger Tage nach den ersten Nachrichten kam die erste Rückmeldung. Kurz darauf der erste Kunde.
MEIN ERSTER KUNDE: EIN GESANGSSTUDIO IN MÜNCHEN
Ein Vocal Studio in München. Gesangslehrer, der mehr Schüler über Google finden wollte.
Budget: 500 € im Monat.
Kein Großprojekt. Keine komplexe Strategie. Aber es war real. Es war bezahlt. Und es war der Start.
Was ich daraus mitgenommen habe: Der erste Kunde muss nicht perfekt sein. Er muss existieren.
Mit diesem einen Kunden hatte ich plötzlich etwas, das ich vorher nicht hatte: eine Referenz. Einen echten Namen, ein echtes Projekt, echte Ergebnisse. Das hat alles verändert.
Und weißt du was? Dieser erste Kunde hat mich mehr gelehrt als jeder Kurs, den ich je gemacht habe. Weil es real war. Weil echtes Geld geflossen ist. Weil jemand darauf vertraut hat, dass ich liefere.
WAS DANACH KAM: WEBSITE UND EMPFEHLUNGEN
Die Freelancer-Strategie hat mir den Start ermöglicht. Aber sie war nicht der einzige Kanal.
Nach etwa 6 Monaten kamen die ersten Anfragen direkt über meine Website. Nicht viele. Aber sie kamen. Weil ich die Website von Anfang an auf SEO ausgerichtet hatte – mit konkreten Leistungsseiten, klaren Texten, gezielten Keywords.
Der zweite Kanal, der über die Zeit immer stärker wurde: Empfehlungen. Zufriedene Kunden reden. Sie empfehlen dich an Geschäftspartner, Freunde, andere Unternehmen weiter. Das kostet dich nichts außer guter Arbeit.
Heute kommen die meisten meiner Kunden über Empfehlungen oder direkte Anfragen über meine Website. Die Freelancer-Strategie war der Anfang – aber sie hat die Grundlage für alles danach gelegt.
Ein weiterer Kanal, den ich mit der Zeit aufgebaut habe: dieser Blog. Wer über SEO oder ortsunabhängiges Arbeiten schreibt, zieht genau die Leser an, die später zu Kunden werden.
SCHRITT FÜR SCHRITT: SO KANNST DU ES NACHMACHEN
Du musst das Rad nicht neu erfinden. Was für mich funktioniert hat, funktioniert auch für dich.
Schritt 1: Finde Freelancer mit Zugang zu deiner Zielgruppe
Webdesigner, Entwickler, Marketingagenturen – und andere Freelancer in deinem Bereich, die möglicherweise zu viele Anfragen haben.
Suche nach Websites, die bereits für relevante Begriffe ranken. Nutze dafür einfach Google – gib Begriffe wie „Webdesigner [Stadt]“ oder „[deine Nische] Freelancer“ ein und schau, wer auf Seite eins steht. Du kannst auch Tools wie Ahrefs oder Sistrix nutzen, um den Traffic dieser Websites einzuschätzen.
Schreib diese Menschen direkt an – kein Formular, keine kalte E-Mail-Vorlage. Eine echte, persönliche Nachricht.
Schritt 2: Mach ein Angebot, das sich für beide lohnt
Provision statt Pitch. Kein langer Überzeugungsaufwand. Dein Gegenüber soll sofort verstehen: Hier ist was drin für mich – ohne Risiko.
15 % für die ersten 6 Monate, danach 5 % – das ist ein Modell, das funktioniert. Passe es an deine Situation an. Aber sorge dafür, dass es fair und klar ist.
Schritt 3: Liefere beim ersten Kunden – koste es was es wolle
Der erste Kunde ist dein wichtigster Beweis. Nicht für ihn. Für dich.
Er zeigt dir, dass du es kannst. Er gibt dir eine Referenz. Er öffnet Türen, die vorher verschlossen waren.
Liefere dort mehr als erwartet. Geh eine Extrameile. Mach aus dem kleinen Projekt etwas, das du stolz vorzeigen kannst.
Der Rest kommt von selbst.
EIN LETZTES WORT – FÜR ALLE, DIE NOCH ZÖGERN
Ich weiß, wie sich das anfühlt. Du denkst, du bist noch nicht gut genug. Du brauchst noch einen Kurs. Noch ein bisschen mehr Wissen. Noch ein bisschen mehr Sicherheit.
Das ist eine Lüge, die du dir selbst erzählst.
Der Unterschied zwischen denen, die als Freelancer durchstarten, und denen, die es nie tun, ist nicht das Wissen. Es ist die Bereitschaft, trotzdem anzufangen.
Ich hatte keinen perfekten Start. Ich hatte keinen berühmten ersten Kunden. Ich hatte ein Gesangsstudio in München für 500 € im Monat.
Und das hat gereicht.
Wenn du dich gerade fragst, ob du als Freelancer wirklich ortsunabhängig arbeiten kannst – die Antwort ist ja. Wie das konkret aussieht, beschreibe ich hier: Digitaler Nomade werden – wie ich es gemacht habe.
FAZIT
Der Weg zum ersten SEO-Kunden ist kein Geheimnis.
Du musst aktiv werden, bevor du bereit bist. Du musst jemanden fragen, bevor du alle Antworten hast. Und du musst bereit sein, am Anfang für weniger zu arbeiten als du eigentlich verdienst – um dir das aufzubauen, was dich langfristig weiterbringt.
Mein erster Kunde hat 500 € im Monat bezahlt. Heute ist das nicht mehr mein Preisniveau.
Aber ohne ihn wäre ich nie dort angekommen.
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