Das Wichtigste in Kürze
- P2P steht für "peer to peer" – du leihst als Privatperson direkt einem Menschen oder Unternehmen Geld, ganz ohne klassische Banktransaktion, nur über eine Vermittlungsplattform
- Du entscheidest selbst, welche Kredite du unterstützt und wie hoch die Zinsen sein sollen – höhere Zinsen bedeuten aber auch ein höheres Risiko
- Die Registrierung ist einfach und meist innerhalb von 24 Stunden verifiziert; investieren kannst du oft schon ab 1 Euro
- Die größten Risiken sind ein möglicher Totalausfall eines Kredits und dass dein Geld gebunden ist – deshalb streue ich über mehrere Kredite und Plattformen
- Als Vorteile sehe ich die hohe Rendite, die schnelle Verfügbarkeit, den Zinseszinseffekt und die geringen Kosten
- Ich selbst bin auf drei Plattformen investiert: Bondora (Hauptteil), dazu kleinere Rest-Positionen bei Mintos und PeerBerry
Was versteht man unter P2P Kredite?
Vermutlich hast du den Begriff P2P Kredite schon irgendwo mal aufgeschnappt. Aber so wirklich eine Ahnung, um was es da geht, hast du nicht, oder? Keine Sorge, ich werde es dir erklären. Wie sich Go & Grow bei mir in der Praxis schlägt, liest du in meinem Bondora-Erfahrungsbericht.
P2P stammt ursprünglich aus der Welt der Informatik und ist die englische Abkürzung für "peer to peer", was bedeutet, dass zwei Rechner, also zwei sogenannte „Peers", ohne Verbindung durch einen Server miteinander kommunizieren.
Konkret bedeutet P2P soviel wie von Mensch zu Mensch.
Bei dieser Geldanlage bedeutet das, dass eine Privatperson einem Unternehmen oder auch einer anderen Privatperson ohne eine klassische Banktransaktion Geld leiht.
Also komplett digital und über das Internet.
Es vermittelt also keine Bank bei P2P-Krediten. Es gibt jedoch einen Vermittler zwischen den beiden Parteien. Sogenannte P2P Plattformen. Weiter unten werde ich dir die Besten vorstellen.
Zuerst möchte ich dir aber noch verraten, was die Funktionsweise solcher Anbieter ist.
Was macht eine P2P Plattform?
Eine P2P Plattform stellt eine Art Marktplatz zur Verfügung. Du kannst es dir wie einen großen Wochenmarkt vorstellen, auf dem es Verkäufer und Käufer gibt.
Die P2P Plattformen vermitteln also zwischen den Kreditnehmern und dem Kreditgebern und sorgen für einen reibungslosen Ablauf. Stell dir nur vor, du müsstest alles alleine machen. Recherchieren, wer gerade einen Kredit benötigt, dann alle Konditionen ausmachen und so weiter.
Das wäre unmöglich.
Wie funktioniert das Investieren mit P2P Krediten?
Schauen wir uns doch mal an, wie es üblicherweise ist.
Du hast Geld und bringst es auf die Bank und lässt es auf dein Sparbuch einzahlen. Du bist in diesem Fall Kreditgeber da du der Bank dein Geld zur Verfügung stellst. Mit diesem Geld kann deine Bank nun arbeiten und das Geld in Form eines Kredites wieder an andere, also an Kreditnehmer weitergeben.
Wie du es sicherlich schon selbst festgestellt hast, bekommst du im Gegensatz zur Bank nur sehr wenig Provision für dein angelegtes Geld. Die Bank hingegen bekommt um einiges mehr von demjenigen, der den Kredit aufnimmt.
Das Problem hierbei ist, dass du es selbst nicht beeinflussen kannst, wie hoch die Zinsen und somit deine Marge ist.
Eigentlich total unfair, oder?
Beim Investieren in P2P Kredite ist es ähnlich. Hier gibt es auch jemanden, der Geld verleiht und eine andere Person, die das Geld leiht. Der Unterschied ist aber, dass du dein Geld bewusst leihst und sogar entscheiden kannst, welche Kredite du unterstützen möchtest.
Bei der Bank nicht. Du weißt nicht, was gerade mit deinem Geld gemacht wird.
Hier hingegen siehst du die Kredite einer Plattform, in die du aktiv investieren kannst.
Der Kreditgeber, in dem Fall du, gibt dem Kreditnehmer über diese P2P Plattformen Geld und bekommt im Gegensatz dazu Zinsen.
Das Tolle hierbei ist, dass du dir selbst aussuchen kannst, welche Projekte du mit deinem Geld unterstützen möchtest. Zudem kannst du auch mit entscheiden, wie hoch die Zinsen sein sollen. Je höher die Zinsen, desto mehr wirst du verdienen.
Das Problem aber ist, dass du mit der Höhe der Zinsen auch ein höheres Risiko hast. Dazu aber später mehr.
Bei der Investition in P2P-Kredite investierst du also dein Geld bewusst in Kreditanfragen von dir vollkommen unbekannten Menschen. Du weißt meistens nur, woher diese Menschen stammen und für was der Kredit benötigt wird.
Wie beginnt man in P2P Kredite zu investieren?
Die Registration und somit das passive Investieren in P2P Krediten ist sehr einfach.
Ich selbst habe mich bereits bei 3 Plattformen angemeldet. Der Vorgang ist fast immer der Gleiche.
Um dich zu registrieren, musst du deinen Namen sowie deine Adresse angeben. Um deine Identität zu bestätigen, musst du einen Ausweis hochladen. Das geht sehr schnell und ist meistens innerhalb von 24 Stunden verifiziert.
Nun musst du noch dein Bankkonto anlegen und eine erste Zahlung tätigen.
Das war's. Du bist nun erfolgreich registriert und kannst mit dem Investieren beginnen.
Ja, es ist wirklich so einfach.
Sobald du manuell oder automatisch einen oder mehrere Kredite zum Investieren ausgewählt hast, bekommst du deine ersten Zinsen.
Wer sind die Kreditnehmer?
Wahrscheinlich möchtest du wissen, wem du dein Geld leihst, bevor du startest, oder?
Es sind ganz normale Menschen wie du und ich. Aber auch viele Unternehmen leihen sich über solche P2P Anbieter Geld.
Ich habe mit einigen Menschen über P2P gesprochen und gefragt, was Ihre Meinung darüber ist. Ich habe bewusst welche gefragt, die mit diesem Thema nichts zu tun haben.
Sehr viele meinten, dass das unseriös ist und sich nur Leute Geld leihen, die bei der Bank keines bekommen.
Dies dachte ich früher auch. Jedoch ist dieser Gedanke falsch.
Wie leben im Jahr 2023 und Fakt ist, dass alles digitalisiert und einfacher gemacht wird.
Warum also extra bei einer Bank einen Termin ausmachen, einen halben Tag freinehmen und dort nach einem Kredit betteln, wenn es online mit nur wenigen Klicks schneller und einfacher geht?
Zwar steckt hier auch eine Bank dahinter, jedoch läuft der ganze Abwicklungsprozess über die Vermittlungsplattform.
Ein weiterer wichtiger Punkt, warum Menschen online Kredite aufnehmen ist, dass Selbstständige zum Beispiel schwer einen Kredit bekommen.
Ich bin selbstständig und weiß, wie schwer es ist, an Geld heranzukommen, wenn man keine regelmäßigen Einkünfte hat. Bei P2p Krediten ist das einfacher.
Nachteile von P2P Krediten
Wie immer betrachte ich auch hier die Vor- und Nachteile dieser Anlageform. Ich möchte schließlich, dass du das Beste aus deinem Geld machst und selbst entscheidest, welcher der richtige Weg für dich ist.
Ausfälle möglich
Wie bei jeder anderen Investition besteht das Risiko eines Totalverlusts. Wenn du alles auf eine Karte setzt und dein gesamtes Vermögen in ein Kredit investierst, dieser in Zahlungsschwierigkeiten gerät und den Kredit nicht mehr zurückzahlen kann, kann es passieren, dass du dein gesamtes Investment verlierst.
Deswegen ist es sehr wichtig, zu diversifizieren und dein Kapital in mehrere Kredite aufzuteilen.
In den folgenden Plattformen, die ich dir gleich vorstellen werde, hast du die Möglichkeit, genau dies ganz automatisch zu tun.
Dein Geld ist gebunden
Wenn du dein Geld in einen Kredit investierst, ist dieses erst einmal daran gebunden. Du hast zwar die Möglichkeit, diesen wieder zu verkaufen, jedoch meist günstiger. Die angegebenen Zinsen, die du für einen bestimmen Kredit bekommst, erhältst du nur, wenn du auch die gesamte Laufzeit darin investiert bist.
Wenn du früher aussteigst, bekommst du zwar auch Zinsen, jedoch nicht so viele, wie wenn du über den ganzen Finanzierungszeitraum dein Geld investiert hättest lassen.
Investiere also nur das Geld, was du nicht brauchst. Behalte immer ein wenig Geld auf der Seite, auf welches du zugreifen kannst, wenn du es gerade für Reparaturen oder ähnliches brauchst.
Vorteile von P2P Krediten
Nun kommen wir zu den Gründen, warum ich selbst in P2P Kredite investiere und warum auch du darin investieren solltest.
Sinnvolle Geldanlage
Oft ist es doch so, dass das Geld, welches man übrig hat, so oder so nur auf dem Bankkonto herumliegt. Zinsen bekommt man dafür kaum welche. Im Gegenteil. Durch die Inflation verliert das Geld immer mehr an Wert.
Warum also liegen lassen und nicht für sich arbeiten lassen, wenn es die Möglichkeit gibt, in Kredite zu investieren?
Hohe Rendite
Wie bereits angesprochen erhältst du auf der Bank so gut wie keine Zinsen mehr für dein Kapital. Bei diesen Krediten hingegen schon. Und das jede Menge.
Wenn du Geld übrig hast, das ohnehin nur auf der Bank liegen würde, kannst du es auch gleich nutzen, um passiv in P2P zu investieren und dafür hohe Zinsen bekommen.
Schnelle Verfügbarkeit
Du kannst jederzeit über dein Geld verfügen. Zwar kann es passieren, dass du einen kleinen Abschlag zahlst, wenn du aktuell investiertes Geld brauchst, dennoch kannst du dir es innerhalb von nur wenigen Minuten wieder auszahlen lassen.
Du bist hier also nicht an irgendwelche langen Phasen gebunden, in denen du an dein Geld nicht herankommst.
Zinseszinseffekt
Sicherlich hast du schon einmal von Zinseszins gehört. Diesen kannst du bei jeder Plattform nutzen und deine erwirtschafteten Zinsen sofort wieder reinvestieren. Und das vollkommen automatisch. Mit dieser Funktion baust du dir schneller ein Vermögen auf.
Kleine Investments möglich
Du kannst bereits mit sehr wenig Einsatz starten. Ich habe es auch so gemacht, um zu testen. Dies erleichtert den Einstieg sehr, da viele Menschen eher vorsichtig sind und nicht gleich 500 € investieren möchten.
Geringe Kosten
Bei den Plattformen hast du auch sehr geringe Kosten. Anders als bei Aktien, bei denen du oft hohe Ordergebühren hast, entstehen hier kaum Kosten.
Fast immer sind die Anmeldungen kostenlos. Du zahlst meistens erst bei einer erfolgreichen Vermittlung oder wenn du dein Geld auszahlen möchtest.
Fazit Vor- und Nachteile von P2P
Nach meiner Einschätzung überwiegen klar die Vorteile. Ein gewisses Ausfallrisiko hat man immer. Sei es bei Aktien, Immobilien oder anderen Geldanlagen.
Für mich persönlich ist das Geld verdienen mit P2P Krediten die beste Möglichkeit, um Geld sinnvoll zu investieren, was sonst nur rumliegen und an Wert verlieren würde.
P2P Kredite Anbieter
Nun kommen wir zum spannenden Teil. Der Markt hat sich in den letzten Jahren ordentlich sortiert – einige Plattformen sind gewachsen, andere solltest du meiden. Hier sind die Anbieter, die 2026 aus meiner Sicht relevant sind. Und damit du weißt, woran du bist: Ich markiere klar, wo mein eigenes Geld liegt und wo nicht.
| Anbieter | Rendite (ca.) | Mindestanlage | Besonderheit | Bin ich investiert? |
|---|---|---|---|---|
| Bondora Go & Grow | ~6 % p. a. | ab 1 € | Tägliche Zinsen, jederzeit verfügbar | Ja – mein Hauptteil |
| Mintos | ~11 % p. a. | ab 50 € | Marktführer, MiFID-reguliert, Sekundärmarkt | Ja – kleiner Rest |
| PeerBerry | ~11 % p. a. | ab 10 € | Rückkaufgarantie, krisenerprobt | Ja – kleiner Rest |
| Viainvest | ~12 % p. a. | ab 50 € | MiFID-reguliert, Rückkaufgarantie | Nein |
Bondora Go & Grow – hier liegt mein Hauptteil
Bondora kommt aus Estland und ist einer der ältesten und bekanntesten P2P-Anbieter Europas. Ich nutze dort das Produkt Go & Grow: rund 6 % Zielrendite, Zinsen werden täglich gutgeschrieben, und ich komme jederzeit an mein Geld (1 € Auszahlgebühr).
Meine echten Zahlen: 2025 habe ich mit 2.500 € angefangen, Stand August 2026 sind daraus rund 2.650 € geworden. Kein Reichmacher – aber es läuft komplett von allein, und genau das ist der Punkt bei passivem Einkommen. Die 6 % sind eine Zielrendite, keine Garantie, und eine Einlagensicherung wie beim Tagesgeld gibt es nicht. Meinen ausführlichen Langzeit-Test liest du in meinen Bondora-Erfahrungen.
Mintos – der Marktführer
Mintos aus Lettland ist die größte P2P-Plattform Europas mit über 600.000 Investoren. Seit einigen Jahren ist Mintos MiFID-reguliert – also von einer echten Finanzaufsicht beaufsichtigt, was im P2P-Markt lange nicht selbstverständlich war. Dazu kommt ein Sekundärmarkt, über den du Kredite vorzeitig verkaufen kannst.
Renditen liegen typischerweise um die 11 % – entsprechend höher ist das Risiko gegenüber Go & Grow. Bei mir liegt hier noch eine kleinere Rest-Position aus meiner aktiveren P2P-Zeit.
PeerBerry – der Krisenerprobte
PeerBerry aus Litauen hat sich in den letzten Jahren einen besonderen Ruf erarbeitet: Als der Ukraine-Krieg Kredite betroffener Anbieter ausfallen ließ, hat die Plattform die Rückzahlungen an Investoren organisiert, statt abzutauchen. Diese Krisenbilanz ist im P2P-Markt selten – und für mich das stärkste Argument.
Investieren kannst du ab 10 €, die meisten Kredite laufen mit Rückkaufgarantie, Renditen um die 11 %. Auch hier habe ich noch einen kleinen Rest liegen. Einen Empfehlungslink habe ich für PeerBerry nicht – der Link ist also einfach der normale Weg zur Plattform.
Und der Rest des Marktes?
Viainvest gilt 2026 als einer der solidesten Anbieter – MiFID-reguliert, Rückkaufgarantie, rund 12 % Rendite. Dort bin ich nicht investiert, deshalb bekommst du von mir dazu keine Empfehlung aus erster Hand, sondern nur die ehrliche Erwähnung.
Twino stand früher in diesem Artikel – dort bin ich heute nicht mehr investiert. Und um EstateGuru mache ich aktuell einen Bogen: Die Plattform kämpft mit negativem Eigenkapital und fehlender Profitabilität. Hohe versprochene Rendite hilft nichts, wenn die Plattform selbst wackelt.
Wo mein Geld heute wirklich liegt
Volle Transparenz, Stand August 2026: Meine gesamte P2P-Position beträgt rund 2.750 € – der Großteil bei Bondora, kleine Reste bei Mintos und PeerBerry. P2P ist bei mir eine bewusst kleine Beimischung: Neues Geld fließt vor allem in meine ETFs. Wo P2P in meinem Gesamtvermögen steckt, siehst du live auf meiner Ziele-Seite.
Fazit: Passives Einkommen mit P2P Kredite
Passives Einkommen mit P2P Krediten ist seriös und absolut möglich.
Auch wenn es eine Menge verschiedener Anbieter gibt: Für den Einstieg reicht Bondora Go & Grow völlig – ab 1 €, täglich Zinsen, jederzeit Zugriff. Wer mehr Rendite will und das höhere Risiko versteht, schaut sich danach Mintos oder PeerBerry an. Du musst anfangs kein Vermögen einzahlen – fang mit ein paar Euro an und teste.
Wenn du dich darin besser auskennst und merkst, dass es wirklich funktioniert und somit Vertrauen aufgebaut hast, kannst du deine Investition Schritt für Schritt erhöhen.
Warte allerdings nicht zu lange. Jeder Tag, den du nicht investierst, bedeutet verlorene Zinsen.
Setze bitte nicht alles auf eine Karte. Meine P2P-Position ist auf drei Plattformen verteilt – und sie ist bewusst nur eine kleine Beimischung neben meinem ETF-Depot. Ich bin zwar überzeugt davon, dass bei diesen Anbietern mit offenen Karten gespielt wird, dennoch ist diversifizieren immer sehr gut.
Nichts ist zu 100 % sicher.
Sogar Banken können plötzlich unsicher sein und Pleite gehen, wie man 2007 in der Finanzkrise gesehen hat.
Nichtsdestotrotz finde ich das passive Investieren in P2P Kredite sehr sinnvoll und eine der besten Möglichkeiten, um kurzfristig Geld für sich arbeiten zu lassen.
Dominik Kienzle
Ich bin Dominik. Seit 2021 selbstständiger SEO-Freelancer, seit 2023 aus Deutschland abgemeldet. Hier zeige ich, wie du dich mit einem bezahlbaren Skill, eigenem Einkommen und Selbstverantwortung Schritt für Schritt aus Abhängigkeit löst – und dokumentiere offen, wie weit ich selbst bin.