Das Wichtigste in Kürze
- Das Parkinsonsche Gesetz besagt, dass sich eine Arbeit immer in dem Maß ausdehnt, wie viel Zeit zur Verfügung steht.
- Es stammt vom englischen Historiker und Autor Cyril Northcote Parkinson und hat nichts mit der Krankheit zu tun.
- Wer sich mehr Zeit gibt, arbeitet entspannter und prokrastiniert – wer weniger Zeit hat, arbeitet fokussierter und effizienter.
- Der Schlüssel sind klare Deadlines mit Puffer und ein gesundes Maß an selbst gewähltem Druck (Eustress).
- Die frei gewordene Zeit kannst du für Pausen, Familie, Hobbys oder weitere Aufgaben nutzen – ganz wie es sich für dich gut anfühlt.
In diesem Artikel erfährst du alles über das Parkinsonsche Gesetz und wie du es dadurch schaffst, in weniger Zeit mehr zu erledigen und sogar mehr Zeit für dich, deine Familie und deine Hobbys zu haben.
Durch das Parkinsonsche Gesetz mehr Freizeit gewinnen
Wir kennen es alle noch von unserer Schulzeit, als wir Hausaufgaben erledigen mussten. Jetzt mal ganz ehrlich: Wann hast du diese erledigt? Sofort oder erst kurz vor Deadline?
Ich bin ehrlich zu dir. Oft habe ich diese sogar erst in der Früh vor der Schule gemacht. Egal ob ich dafür 2 Wochen oder nur 2 Tage Zeit hatte. Ich bin nie früher fertig geworden. Ich habe immer genau diese Zeit benötigt.
Bei meiner Arbeit als SEO Freelancer war es zu Beginn meiner Selbstständigkeit nicht anders. Ich wurde komischerweise erst immer kurz vor dem Abgabetermin fertig. Dieses Phänomen fiel mir aber nicht nur in meiner Arbeit auf, sondern auch in meinem Privatleben.
Zum Beispiel beim Putzen (ja, stell dir vor, ich als Mann putze und es macht mir sogar Spaß) der Wohnung. Hatte ich drei Stunden Zeit, habe ich auch diese Zeit benötigt. Hatte sich allerdings spontan Besuch angekündigt, ging es auch in einer Stunde. Das Resultat war immer das Gleiche: Es war sauber.
Ich bin einfach nicht daraus schlau geworden, bis ich eines Tages auf ein Gesetz gestoßen bin – das Parkinsonsche Gesetz.
Was besagt das Parkinsonsche Gesetz?
Dieses Gesetz hat nichts mit der Krankheit zu tun. Es stammt vom englischen Historiker und Autor Northcote Parkinson.
Und dieses Gesetz besagt, dass sich eine Arbeit immer in dem Maß ausdehnt, wie viel Zeit zur Verfügung steht.
Hast du 10 Tage für eine Arbeit Zeit, wirst du diese auch benötigen. Du nimmst das Erledigen der Aufgaben viel entspannter. Kein Wunder, denn es ist ja noch viel Zeit. Warum sich also auch stressen lassen und heute damit anfangen? Morgen, übermorgen oder nächste Woche reicht doch auch. Es ist ja noch genug Zeit bis zur Abgabe.
Wenn du diese Aufgabe hingegen in 10 Stunden schaffen musst, wirst du mit hoher Wahrscheinlichkeit das auch in dieser Zeit schaffen. Du hockst dich sofort hin, anstatt zu prokrastinieren, schaltest alle Ablenkungen ab und fängst an zu arbeiten.
Wie kannst du jetzt von dem Parkinsonschen Gesetz profitieren?
Parkinsonsches Gesetz: Die Lehrsätze
Du erfährst im Folgenden, welche Lehrsätze das Gesetz von Cyril Northcote Parkinson für uns Menschen mit sich bringt:
| Lehrsatz | Was er dir bringt |
|---|---|
| Bewusstseinsbildung | Schärft das Bewusstsein für die Tendenz, ohne klare Fristen aufzuschieben und Zeit zu verschwenden. |
| Effizienzsteigerung | Wir arbeiten effektiver, wenn wir wissen, dass uns weniger Zeit zur Verfügung steht. |
| Zeitmanagement | Ermutigt dich, klare Ziele und Fristen zu setzen und nimmt so Druck aus dem Arbeitsalltag. |
| Priorisierung | Erinnert dich daran, die relevantesten Aufgaben zuerst und unwichtigere zuletzt zu erledigen. |
| Ressourcenmanagement | Hilft dir, Ressourcen effizienter zu nutzen, da ihre Anzahl den Arbeitsaufwand beeinflusst. |
Bewusstseinsbildung
Das Parkinsonsche Gesetz schärft das Bewusstsein für die Tendenz, die Arbeit aufzuschieben und Zeit zu verschwenden, wenn keine klaren Fristen oder Zeitbeschränkungen für das Erledigen von Aufgaben gesetzt sind.
Effizienzsteigerung
Wenn du das Parkinsonsche Gesetz nutzt, kann deine Effizienz gesteigert werden, da wir Menschen dazu neigen, effektiver zu arbeiten, wenn wir wissen, dass uns weniger Zeit für ein Projekt zur Verfügung steht. Dies fördert die Konzentration und das schnelle Erledigen von Aufgaben.
Zeitmanagement
Das Zeitmanagement soll dich dazu ermutigen, dir klare Ziele und Fristen zu setzen, um die Arbeit in angemessener Zeit zu erledigen. Ein guter Zeitplan nimmt dir Druck im Arbeitsalltag.
Priorisierung
Dieser Faktor erinnert dich daran, dass nicht jede Aufgabe gleich viel Arbeitszeit erfordert. Es ist sinnvoll, sich die relevantesten Aufgaben als Erstes herauszusuchen und unwichtigere Aufgaben an den Schluss zu setzen.
Ressourcenmanagement
Ein weiterer Vorteil, den das Parkinsonsche Gesetz mit sich bringt, ist das Ressourcenmanagement. Es kann dazu beitragen, deine Ressourcen effizienter zu nutzen. Das zeigt, dass die Anzahl der zur Verfügung stehenden Ressourcen oft Einfluss auf den Arbeitsaufwand hat.
Was du vom Parkinsonschen Gesetz lernen kannst
Nun weißt du, dass es nicht nur dir so geht, sondern auch vielen anderen Menschen. Du bist also nicht alleine. Es ist auch alles vollkommen okay mit dir. Du bist auch nicht komisch, faul oder anders. Es ist unsere Natur. Unser Gehirn will Energie sparen. Das Parkinsonsche Gesetz beweist es.
Nur das Wissen alleine bringt dir allerdings nichts. Du musst es auch umsetzen.
Der erste Schritt ist, dir klare Deadlines für deine Aufgaben zu setzen.
Deadlines richtig setzen
Ohne einen Zeitpunkt, an dem eine bestimmte Arbeit abgeschlossen sein muss, wirst du nicht vorankommen. Deshalb ist es wichtig, dir Deadlines für jedes Projekt zu setzen.
Vor allem als Selbstständiger bist du für dich alleine verantwortlich. Es gibt keinen Chef, der dir über die Schulter blickt und sagt, wann gewisse Aufgaben erledigt sein müssen. Das musst du alleine machen.
Deshalb ist der erste Schritt das Setzen von klaren Deadlines.
Notiere dir am besten in deinem Kalender, wann du spätestens mit deinen Aufgaben fertig sein musst. Wichtig hierbei ist, dass du dir auch einen Puffer einbaust. Denn selten läuft alles nach Plan und es kommt mal etwas dazwischen. Ohne Puffer wächst die Sorge, die angesetzte Deadline nicht einhalten zu können.
Ein Kunde hat einen Notfall, die Familie braucht deine Hilfe oder du musst für einen Kollegen einspringen. Ohne einen zeitlichen Puffer bist du schnell im Verzug und gerätst in Stress.
Setz dich selbst unter Druck
Ja, du hast vollkommen richtig gelesen. Ich bin kein Freund von Stress, denn dieser hat bekanntlich viele negativen Auswirkungen auf unseren Körper und unsere Psyche. Jedoch ist Stress nicht gleich Stress.
Es gibt nämlich einen Unterschied zwischen Eustress und Distress. Letzterer ist negativ und wirkt sich schädigend auf uns aus. Eustress hingegen ist positiv. Dieser motiviert uns und lässt uns Gummi geben.
Kennst du das Gefühl, wenn du richtig im Flow bist und ein ToDo nach dem anderen abarbeitest und nicht zu stoppen bist? Genau das mein ich! Ich liebe dieses Gefühl.
Ich habe es selbst schon sehr oft bei mir erlebt, wie produktiv ich bin, wenn ich mir selbst etwas Druck mache. Aber was genau meine ich damit überhaupt?
In weniger Zeit mehr schaffen
Wenn ich eine Aufgabe erledigen muss, für die ich wahrscheinlich 3 Stunden benötigen werde, setze ich mir eine klare Frist von 2 Stunden. Und dabei muss es bleiben. Es gibt keine Ausreden, diese nicht in dieser Zeit zu erledigen.
Und weißt du was? Ich schaff es auch in den meisten Fällen. Du kannst dir nicht vorstellen, wie produktiv du plötzlich bist, wenn du weniger Zeit zur Verfügung hast. Und vor allem macht es mir sehr viel Spaß, so zu arbeiten.
Ich sehe es als eine Art Wettkampf. Die Zeit läuft gegen mich. Und in dieser Zeit muss ich mein Ziel erreichen. Komme, was wolle! Und in den meisten Fällen schaffe ich das auch. Ich will nicht übertreiben, aber ich fühle mich danach wie ein König.
Nutze die freigewordene Zeit
Vielleicht wirst du gerade den Kopf schütteln und dir denken, dass bei so eine Arbeitsweise ein Burnout vorprogrammiert ist. Ich kann diesen Gedanken verstehen. Doch ich verrate dir, warum das nicht passieren wird.
Da dir deine Arbeit Spaß macht, wird sich das nicht negativ auf dich auswirken. Im Gegenteil. Ich beobachte immer mehr, dass mir das Energie gibt, anstatt nimmt. Sobald ich ein ToDo abgearbeitet habe, will ich das nächste machen. Ist das erledigt, will ich sofort die nächste Aufgabe abarbeiten. Das geht so lange bis es dunkel wird oder ich einen klaren Schlussstrich ziehe und Feierabend mache.
Dennoch solltest du etwas vorsichtig sein und dich nicht überarbeiten.
Nur weil du dir jetzt vier Stunden eingespart hast, heißt das nicht, dass du diese Zeit nun mit anderen To-Dos vollstopfen sollst, nur um nicht das Gefühl zu haben, einer Zeitverschwendung zu unterliegen. Im Gegenteil. Ich empfehle dir dann eine Pause oder sogar Feierabend zu machen. Ich selbst mache das auch oft so, sofern ich nicht im Arbeitsrausch bin.
Denn was bringt es dir, Aufgaben schneller zu erledigen und die Zeit mit noch mehr Arbeit vollzustopfen, nur um mehr erledigt zu bekommen? Wo bist du an dieser Stelle? Leider wird das in einem normalen 9 to 5 Job von dir erwartet.
Auch du hast Bedürfnisse, die du ernst nehmen solltest. Wenn du mehr Arbeit in deinen Tag packen willst und es sich für dich gut anfühlt, dann mach es.
Aber für mich gibt es wesentlich schönere Dinge, als nur den ganzen Tag zu arbeiten. Für dich sicherlich auch. Mach deshalb frei, lies ein gutes Buch, geh in ein Restaurant, verbringe Zeit mit deiner Familie oder gehe deine Hobbys an. Mehr Zeit hast du ja jetzt.
Produktiver und glücklicher mit dem Parkinsonschen Gesetz
Du hast nun das Parkinsonsche Gesetz kennengelernt und bist dir bewusst, dass sich die Arbeit immer in dem Maß ausdehnt, wie viel Zeit zur Verfügung ist. Du hast nun auch gelernt, wie wichtig es ist, sich Deadlines zu setzen und sich selbst in einem gesunden Maß unter Druck zu setzen.
Bravo! Nun bist du an der Reihe. Gehe deine Aufgaben durch und notiere dir, wie viel Zeit du normalerweise dafür benötigst. Dann streiche 30 – 60 Minuten je Aufgabe. Setze dich hin und versuche sie in kürzerer Zeit zu erledigen.
Mit der Zeitersparnis kannst du machen, was du willst. Du kannst noch mehr ToDos abarbeiten oder es dir ganz entspannt machen und einfach mal nichts tun. Es muss sich für dich gut anfühlen.
Jetzt interessiert mich noch deine Meinung. Kanntest du das Parkinsonsche Gesetz schon? Hast du auch schon die Erfahrung gemacht, dass du die gleiche Aufgabe in weniger Arbeitszeit auch schaffen konntest?
Hinterlasse mir gerne einen Kommentar. Ich freue mich von dir zu lesen.
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Freiheitsbriefe abonnierenDominik Kienzle
Dominik ist Freigeist und Macher. Als SEO-Freelancer verdient er sich seine Smoothies und lebt, wo andere Urlaub machen. Auf seinem Blog zeigt er, wie du neben dem Job als Freelancer startest und langfristig als digitaler Nomade von den schönsten Orten der Welt arbeitest. Lass dich von seiner Freiheit inspirieren.